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BLACKBOX PODCAST #1 – FAKE NEWS

blackbox podcast #01

fake news


Wir probieren gern neue Dinge aus. Ab sofort gibt es die BLACKBOX auch als Podcast.

In der BLACKBOX diskutieren Peter Bandermann und CORRECT!V-Gründer David Schraven über die Krise des Journalismus in Zeiten der Fakenews, über „Lügenpresse“ und die Instrumentalisierung von Information.

Mitschnitt vom 3. Mai 2017 aus dem MEGASTORE


 In der Silvesternacht 2016/17 filmte der Journalist Peter Bandermann, wie geschätzte tausend Menschen am Dortmunder Platz von Leeds das neue Jahr begrüßten, unter ihnen ca. 100 Syrer, die den Waffenstillstand in ihrer Heimat feierten. Das Video ging um die Welt. Es zeigt feiernde Menschen, eine Flagge der Freien Syrischen Armee, Polizisten – und Feuerwehrleute, die angerückt sind, um ein Feuer am Baugerüst der Reinoldikirche zu löschen. Zu hören sind explodierende Feuerwerkskörper, Gesänge, ein Martinshorn. Es gab mehrere leicht verletzte Menschen an dem Abend.

Das rechtspopulistische Medienportal Breitbart London zimmerte daraus die Headline: „1.000-Mann-Mob attackiert die Polizei und setzt Deutschlands älteste Kirche in Brand.“ Im Artikel wird u.a. der Vorwurf geäußert, deutsche Politiker und Medien würden die „Ausschreitungen“ von „Terroristen“ herunterspielen bzw. sogar verschweigen. Bandermann und die Dortmunder Lokalzeitung Ruhr Nachrichten bemühten sich um Richtigstellung der tendenziösen Übertreibung, aber es war bereits zu spät: Die Falschnachricht wurde endlos in der Breitbart-Filterblase geteilt; Bandermann erhielt Morddrohungen aus aller Welt, als vermeintlicher Komplize der „Islamisierung Europas“.

Wie unterscheidet man heute wahre Presse-Meldungen von falschen? Wie filtern wir jene Nachrichten aus, die tendenziös oder manipulativ sind, die nicht den journalistischen Standarts genügen? In Deutschland ist Facebook versuchsweise eine Kooperation mit dem gemeinnützigen Recherche-Büro CORRECT!V eingegangen. CORRECT!V wird von nun an solche Posts überprüfen, die unter Verdacht stehen, Unwahrheiten zu verbreiten – und sie gegebenenfalls mit einem Warnhinweis versehen. Auch das hat heftigen Protest im Netz ausgelöst, auch Mitarbeiter_innen von CORRECT!IV haben Morddrohungen erhalten.

DAS PHÄNOMEN TRUMP ERZÄHLEN

Der zurückliegende US-Präsidentschaftswahl endete am 9. November 2016 mit einer Sensation: Donald Trump ist neuer Präsident der Vereinigen Staaten.

Prompt folgten erste europäische Glückwünsche von Rechtsaußen  – Frauke Petry („Dieses Wahlergebnis macht Mut für Deutschland und Europa“), Marine Le Pen, BREXIT-Kämpfer Farage, Viktor Orbán, Geert Wilders, getoppt vom italienischen Populisten Beppe Grillo, der wortgewaltig mit „Das ist der Zusammenbruch einer Epoche“ gratulierte.

Wie konnte es soweit kommen? Mike Daisey (Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs) erforscht in seinem neusten Theaterstück den Aufstieg Donald Trumps und die politische Selbstvergiftung des wichtigsten europäischen Bündnispartners. Im Echoraum die Frage: Ist es nur Amerikas Demokratie, die immer toxischer wird?

Mike Daisey (*1976), amerikanischer Performer und Autor von über zwanzig Bühnenprogrammen, wurde weltweit bekannt mit seinem Erfolgsmonolog Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs, der am Schauspiel Dortmund 2012 in der Regie von Jennifer Whigham seine Deutschsprachige Erstaufführung erlebte und bisher über 40 mal gespielt wurde. Mit TRUMP (Originaltitel: The Trump Card) präsentiert das Schauspiel Dortmund nun die zweite Deutschsprachige Erstaufführung eines Textes von Mike Daisey in Dortmund.


Vier Fragen an Regisseur Marcus Lobbes und Dramaturgin/ Übersetzerin Anne-Kathrin Schulz

 „Trump“ wurde kurzfristig in den Spielplan aufgenommen?
ANNE-KATHRIN SCHULZ
Das stimmt. Als wir das Stück im Spätherbst 2016 wenige Tage nach der verhängnisvollen Wahl gelesen haben, war uns sofort klar, dass wir es dem Publikum in Deutschland möglichst schnell präsentieren wollen, und zwar noch in der laufenden Spielzeit hier am Schauspiel Dortmund. Autor Mike Daisey ist bekannt dafür, immer aktuelle Themen der Zeit ins Visier zu nehmen – er wechselt dabei oft die Blickrichtung, geht auch stark in besondere Nahaufnahmen, und das macht seine Texte nachdenklich und unterhaltsam zugleich.

Im amerikanischen Original hat Mike Daisey den Text als Monolog aufgeführt. Wie wird es in Dortmund?
SCHULZ Während Mike Daisey selber seine Monologe immer an einem Tisch sitzend performt, werden bei Marcus Lobbes‘ Deutschsprachiger Erstaufführung die Schauspieler Andreas Beck und Bettina Lieder die Zuschauer in einem Bühnenraum empfangen. Autor Mike Daisey ermutigt die Theater generell immer dazu, ihren eigenen Weg durch einen Text von ihm zu entwickeln, sowohl was Stückfassung als auch Bühnensetting, Bühnengeschehen oder die Besetzung angeht. Das war schon bei „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“ so. Mike Daisey stellt seine Texte tatsächlich open source zur Verfügung.

Aus „The Trump Card“, so der Originaltitel, wird in Dortmund „TRUMP“?
SCHULZ Im englischen Originaltitel „The Trump Card“ schwingt eine schöne Doppeldeutigkeit – dem Nachnamen „Trump“ und dem Begriff „the trump card“, die Trumpfkarte in einem Kartenspiel. Wir haben natürlich über eine direkte Übertragung des Titels ins Deutsche nachgedacht, z.B. mit eingeklammertem f, uns aber letztendlich anders entschieden. Im Stück werden viele verschiedene Aspekte eines Phänomens beleuchtet, die Geschichte eines Mannes, der als Geschäftsmann über viele Jahre seinen Nachnamen erfolgreich zu einer Marke aufgebaut hat und heute Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. So kamen wir zu unserem Titel: „TRUMP“.

Die Marke Trump –  Marcus Lobbes, im Deutschlandfunk sprachen Sie neulich darüber, was für einen spürbaren Stellenwert das Thema ‚finanzieller Erfolg‘ im zurückliegenden amerikanischen Wahlkampf hatte.
MARCUS LOBBES Es gibt für die ‚Bewegung Trump‘ nichts, was sie bewegt, außer, dass ein Mann sich hinstellt und sagt: ‚Mein Reichtum zeigt, dass ich ein Garant des Erfolges sein kann. Und ich werde jetzt gucken, dass alle daran teilhaben können, die mit mir sind.‘ Und das als Aussage ist Partisanentum innerhalb der politischen Landschaft. Es geht politisch nicht darum, wie man einen Ausgleich zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen schaffen oder Kooperation stärken kann, sondern, wie man propagiert, dass jeder jetzt auf sich schaut.


Weitere Infos und Tickets

HELL: VERZEICHNIS DER TEXTE

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EINIGE NACHRICHTEN AN DAS ALL

STERNSTUNDEN AUS DEM GEHEIMARCHIV #24

Einige Nachrichten an das All 

Als Weihnachtsgeschenk haben wir für euch – als letztes Türchen unseres diesjährigen Adventskalenders – eine ganz besondere Überraschung: wir zeigen Kay Voges‘ preisgekrönten Film Einige Nachrichten an das All exklusiv drei Tage lang hier – gratis und in voller Länge

Die filmische Inszenierung des Erfolgsstücks von Wolfram Lotz (unsere Eröffnungspremiere der Spielzeit 2012/13) wurde beim NRW-Theatertreffen 2012 als „Bestes Stück“ sowie auf Film-Festivals von Los Angeles bis St. Petersburg mehrfach ausgezeichnet. 


„Man kann nicht sagen, dass es das Glück nicht gibt. Es gibt das Glück. Es ist manchmal ganz real. Für einen Augenblick ist es ganz real. Es ist wie ein kleiner elektrischer Stoß, das Glück.“

Das Schauspiel Dortmund wünscht Frohe Weihnachten!

Und darum geht es:  Einige Nachrichten an das All ist so ungewöhnlich, wie es der Titel vermuten lässt. Ein Pärchen nimmt es mit dem Schicksal auf – der kleinwüchsige Purl Schweitzke und sein gehbehinderter Freund Lum wünschen sich ein gemeinsames Kind. Sie sehnen sich nach dieser sinnvollen Aufgabe im Leben – aller biologischen Wahrscheinlichkeit zum Trotz. Bang fragen sie sich: Hat der Autor des Bühnenstücks, in dem sie sich befinden, ein Kind für sie vorgesehen? Unterdessen tritt der „Leiter des Fortgangs“ auf. Er bedient eine Maschine, die gesprochene Worte in Funkwellen verwandelt. Auf Knopfdruck sendet eine Satellitenschüssel die Botschaften ins All – „damit man dort erfährt, was uns Menschen bewegt“. Zu Wort kommen nach dem Willen des Leiters nur „Personen aus Historie und Medien“: Die dicke Frau, die zu Gast war in der Talkshow Britt, der Botaniker Rafinesque aus dem 19. Jahrhundert, der CDU-Politiker Ronald Pofalla und Heinrich von Kleist. Unter den Blicken von Purl und Lum, die mit trotzigem Mut ihr Schicksal erwarten, ringen die Gäste um die richtige Nachricht ans All. Gibt es irgendetwas in diesem Leben, von dem es sich zu berichten lohnte? EINIGE NACHRICHTEN AN DAS ALL weiterlesen

5 THESEN ZUM „TRIUMPH DER FREIHEIT“

5 Thesen zum Triumph der Freiheit #1
von Regisseur Ed. Hauswirth

#1

Caroline Hanke Friederike Tiefenbacher Andreas Beck

TRIUMPH DER FREIHEIT #1 erzählt die Geschichte eines Machtwechsels. Mit historischer Einordnung wollen wir uns hier nicht aufhalten: gewiss, einschneidender Moment der Menschheitsgeschichte, Bruch der Alten Ordnung, Geburtsstunde modernes Europa, etc. Jenseits der Prosa des Nationbuilding und dem Gebrauchstext der Geschichtsbücher wird aber auch eine Schablone sichtbar, die einen einlädt, über politische und gesellschaftliche Verhältnisse nachzudenken: jede Revolution ist ein Lehrstück über Gruppendynamik, Lenkungsprozesse, dem Fahrtwind des Fortschritts, dem einen die Augen tränen lassen. Kurz: über Macht und über Wissen, das sich verhältnismäßig schnell und überstürzt von A nach B verlagert. Manchmal geschieht das mit bloßer Waffengewalt, mit verordneter Revolte. Manchmal aber auch durch bloße Bildung einer Mentalität und einer dazugehörigen Idee, die sich durch Sprache entzündet. Das ganze ist wie eine sprachliche Hirnhautentzündung. 5 THESEN ZUM „TRIUMPH DER FREIHEIT“ weiterlesen

STATISTINNEN GESUCHT!

Statistinnen gesucht!

Für die Produktion „Furcht und Elend des Dritten Reiches“ von Bertolt Brecht, die ab Dezember im Megastore zu sehen sein wird, suchen wir

russische/russlanddeutsche Statistinnen!

Sie sollten zwischen 20 und 40 Jahre alt sein, russisch sprechen können und idealerweise musikalisch sein (Gesang und/oder Instrument von Vorteil). Professionelle Schauspielkenntnisse sind nicht erforderlich.

Regie führt Sascha Hawemann, der in der vergangenen Saison bereits „Eine Familie (August: Osage County)“ im Schauspielhaus inszeniert hat.

Alle Informationen zum Stück und Inhalt findet ihr hier.

Der Probenzeitraum erstreckt sich vom 25.10. bis zur Premiere am 10.12., wobei nur ein geringerer Teil der Proben mit den Statisten geprobt wird, insbesondere aber in den Endproben ab Anfang Dezember. Das Stück wird nach der Premiere 2-3 Mal im Monat gespielt.

Wenn Sie Interesse haben und Neugier, Offenheit und die Lust, auf der Bühne zu stehen mitbringen, dann melden Sie sich beim stückbegleitenden Dramaturgen Dirk Baumann unter dbaumann@theaterdo.de!

DER SCHREIBTISCH DES MUSIKALISCHEN LEITERS

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Kopfhörer, Kabelsalat, Mundharmonika: Tommy Finke, musikalischer Leiter des Schauspiels, gibt Einblicke in das Chaos auf seinem Schreibtisch. DER SCHREIBTISCH DES MUSIKALISCHEN LEITERS weiterlesen

DER MEGASTORE GEHT IN DIE VERLÄNGERUNG!

Noch mehr MEGATHEATER für alle! Alle Infos und Updates zum neuen Spielplan.


Borderline Bühne 2 bb

Eigentlich sollte das Schauspiel bereits im Dezember aus dem Megastore in Phoneix-West zurück in das Schauspielhaus in die Innenstadt zurückkehren. Doch was Berlin kann, können wir schon lange: Die Umbauarbeiten der Werkstätten und der Neubau des Magazins am Schauspielhaus verzögern sich, und somit müssen wir wir den Spielbetrieb im Schauspielhaus verschieben. Die Folge: Das Schauspiel wird diese gesamte Spielzeit noch weiter im Megastore bleiben! Wir sind gekommen, um zu bleiben.

Unsere neue und alte Heimat: Der Megastore!

Der Spielplan für die im Schauspielhaus und Studio geplanten Premieren kann mit wenigen Änderungen auch im Megastore beibehalten werden. Trotzdem sind Termin- und Stückänderungen aufgrund der veränderten Raumsituation nicht zu vermeiden. Die mittlerweile drei Bühnenbereiche im MEGASTORE bieten für die einzelnen Inszenierungen verschiedene Raum- und Bühnenlösungen an und ermöglichen es, das immense künstlerische Potential des Megastore weiter zu nutzen. So wird auch die in der Zeitschrift „Die Deutsche Bühne“ jüngst als „Beste Inszenierung“ ausgezeichnete Produktion DIE BORDERLINE PROZESSION bis auf Weiteres im Spielplan bleiben. Darüber freuen wir uns sehr!

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+++WICHTIG+++ ALLE DETAILS ZUR SPIEGELBARRIKADE

Wie funktioniert die Spiegel-Barrikade? Die Spiegel-Barrikade ist eine soziale Plastik, bestehend aus einer Vielzahl von silbern glänzenden, aufblasbaren Würfeln. Diese sind seit dem 27. April von hunderten Hände gebaut worden – u.a. im Schauspiel Dortmund und an 14 Dortmunder Schulen, die sich im Programm „Schulen ohne Rassismus“ zusammengeschlossen haben. Unterstützt wurden Schauspiel und Schulen dabei von dem Respekt-büro der Stadt Dortmund (im Kommunalen Integrationszentrum), von der Bezirksvertretung Innenstadt-West, von der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie u.v.a. Die Würfel der Spiegel-Barrikade können auf vielfältige Weise eingesetzt werden: Man kann mit ihnen Formationen auf Straßen und Plätzen bilden, eine Demonstration auflockern, eine angespannte Situation deeskalieren und mit ihnen Straßen versperren. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass jeder, der die Würfel benutzt, Verantwortung trägt, wie sie als „Werkzeug“ eingesetzt werden. Jeder, der sie benutzt, gibt ihnen eine eigene Bedeutung. Das Künstlerkollektiv „Tools for Action“, dass das Konzept der Würfel erdacht hat, glaubt dabei an die Macht der Poesie, an taktische Frivolität und an gewaltfreien Widerstand. +++WICHTIG+++ ALLE DETAILS ZUR SPIEGELBARRIKADE weiterlesen

EIN UNENDLICHER SOUNDTRACK DER ERINNERUNGEN

Die Rolle und Auswahl der Musik in der Borderline Prozession. Ein Gastbeitrag von T.D. Finck von Finckenstein.

SU0A9393 Foto: Klaus Depenbrock EIN UNENDLICHER SOUNDTRACK DER ERINNERUNGEN weiterlesen

WÖRTERBUCH DER BORDERLINE PROZESSION


LANGFASSUNG

Beiträge von Dirk Baumann und Matthias Seier

Fotos von Birgit Hupfeld und Maximilian Steffan

 BLP = Die Borderline Prozession WÖRTERBUCH DER BORDERLINE PROZESSION weiterlesen

DAS KOMMENDE BILD

DAS KOMMENDE BILD.
Ein Begleitessay zur Borderline Prozession von Anika Koswič.
Borderline Bühne 2 bb


Anika Koswič (*1976) ist freie Autorin und Lehrbeauftragte
für Visuelle Ideengeschichte. Für ihren Lyrikband „Rauchfang.Schleuse“
erhielt sie ein Stipendium der Rudolf Meyer-Gesellschaft
in Bamberg. Im Auftrag des Schauspiel Dortmund
begleitete sie die Proben von DIE BORDERLINE PROZESSION.

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