Schlagwort-Archive: Wenzel Storch

UNSERE REGISSEURE IN IHRER FREIZEIT

Von morgens bis abends Probe, abends dann mit Kollegen auf Ideensuche in der Bar ein Bier über den Durst trinken, und danach in einen traumlosen Schlaf. Und am nächsten Tag geht es wieder von vorne los!

Regisseure sind nicht zu beneiden. Kunst ist ein harter Job. Aber dann und wann – da gibt es diese rar gesäten, lichtumwölkten Momente der Entspannung. Momente, in denen nicht pausenlos an Spielplan x, Schauspieler y oder Szene z gedacht werden muss. Momente der Freizeit.

Aber was machen diese vielbeschäftigten Kunstmenschen denn in ihrer Freizeit? Wir haben uns bei den Regisseuren am Schauspiel Dortmund umgehört. UNSERE REGISSEURE IN IHRER FREIZEIT weiterlesen

BEI SCHAUPROZESSEN GEHT DIE KOMIK FLÖTEN

Ein Gespräch mit dem Autor und Trash-Regisseur Wenzel Storch über katholische Künstler, DALLI DALLI und sein neustes Stück: DAS MASCHINENGEWEHR GOTTES, das am Donnerstag am Schauspiel Dortmund Premiere feiert. BEI SCHAUPROZESSEN GEHT DIE KOMIK FLÖTEN weiterlesen

WENZEL STORCH

WenzelStorch (Höhe 7 cm)

Wenzel Storch (* 1961) wirkte in den siebziger Jahren als Messdiener in Wolfsburg und Hildesheim. Nach dem Zivildienst entwarf er Muster für eine katholische Tapetenfabrik. Ende der Achtziger stellte er hinter dem Rücken der Kirche den römisch-katholischen Monumentalfilm „Der Glanz dieser Tage“ her, dem 1992 der Langhaarigen-Report „Sommer der Liebe“ und 2004 der Abenteuermärchenfilm „Die Reise ins Glück“ folgte. 2009 erschien sein heiteres und reich bebildertes Brevier „Der Bulldozer Gottes“, 2012 das Fake-Kinderbuch „Arno & Alice“ und 2013 das Kompendium „Das ist die Liebe der Prälaten“. Zuletzt erschien das Bilderlesebuch „Wenzel Storch – Die Filme“. Wenzel Storch ist in das Goldene Buch des Bonifatiuswerkes eingetragen und immerwährendes Mitglied im Pallottiner Messbund.

Am Schauspiel Dortmund inszenierte er seine eigenen Stücke „Komm in meinen Wigwam“ (2014) und „Das Maschinengewehr Gottes“ (2015).

DAS MASCHINENGEWEHR GOTTES

Ein Vorgeschmack zum neuen Stück von Wenzel Storch

„Was hier so freundlich gluckst, das ist der Pluderbach. Der Pluderbach fließt seit Jahrhunderten durch Nesselrode, direkt am uralten Pfarrhaus vorbei…“ Mit diesen Worten beginnt ein Kriminalstück, das uns mitnimmt in die fröhliche Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1965). Im Zentrum des Geschehens steht Nesselrode – ein verschlafenes Nest, das durch einen militanten Priester-Mutanten aus dem Gleichgewicht gerät. Drei herrenlose Messdiener begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, um dem Geheimnis ihres Seelsorgers auf die Spur zu kommen. DAS MASCHINENGEWEHR GOTTES weiterlesen

KOMM IN MEINEN WIGWAM

Eine Pilgerreise in die wunderbare Welt der katholischen Aufklärungs- und Anstandsliteratur von Wenzel Storch

Heinrich Fischer

Kaplan Buffo, der älteste Kaplan des Bistums, unternimmt mit seinen kleinen Freunden eine Pilgerreise in die wunderbare Welt der christlichen Sexualmystik. Er führt sie auf eine blühende Wiese voll schwellender Stengel und nickender Kelche und macht sie – beim Mondschein am Lagerfeuer – mit dem „Wunderbau“ ihres Leibes vertraut. Gemeinsam vertieft man sich in die Klassiker der römisch-katholischen Sexliteratur, doch damit nicht genug: Unterwegs begegnet man Heuschrecken, Krokodilen und Ordensschwestern, und die Messbuben stoßen auf eine geheimnisvolle Filmdose, die aus den Geheimarchiven der Augsburger Puppenkiste stammt.

Jana Katharina Lawrence Nonnen: Dortmunder Sprechchor

Das Stück erinnert – mit einer Fülle von Originalzitaten – an die Blütezeit der katholischen Aufklärungs- und Anstandsliteratur. Im Mittelpunkt steht das Werk des Päpstlichen Ehrenprälat Berthold Lutz (1923 – 2013), der – heute längst vergessen – als Oswalt Kolle der katholischen Sexuallehre gelten darf. Lutz schuf unterhaltsame Coming-of-Age-Geschichten wie DIE LEUCHTENDE STRASSE und DAS HEIMLICHE KÖNIGREICH, daneben entstanden Benimm- und Trimm-Dich-Fibeln wie FRECHDACHS LERNT ANSTAND und PETER LEGT DIE LATTE HÖHER – Werke, die ihre kleinen Leser verzauberten und die Fachwelt begeisterten.

Bowling for Wenzel Storch

DAS GOTTVERDAMMT PRÄCHTIGE, UMWERFEND KOMISCHE, ELENDIGLICH POETISCHE GESAMTWERK DES WENZEL STORCH, schwärmt der Kritiker Georg Seeßlen in DIE ZEIT von Storchs einzigartigem anarchisch-surrealistischem Kosmos. Mit Filmen wie SOMMER DER LIEBE (1992) und DIE REISE INS GLÜCK (2004) gilt Storch vielen als der deutsche Terry Gilliam. Nun hat er für das Schauspiel Dortmund sein erstes Theaterstück geschrieben und inszeniert. Darin entführt er uns auf eine Reise in die wundersamen Abgründe der christlichen Sexualmystik und zitiert originalgetreu aus zahlreichen verträumten Aufklärungsbüchern voll unbewusster Ferkeleien, die in den 1950er und 60er Jahren Riesenauflagen erzielten, heute jedoch der Amtskirche höchst peinlich sind.

Blumen: Dortmunder Sprechchor

Freuen Sie sich auf Perlen der Sakro-Pop-Musik, von Pater Perne bis Angeloy, wobei auch Heino und die Kastelruther Spatzen nicht fehlen dürfen. Umrankt von üppig knospenden Gärten voll schwellender Stengel und Kelche. Freuen Sie sich auf tanzende Nonnen, fleißige Messdiener und einen weisen Kaplan, sowie auf einen längst als verschollen geglaubten römisch-katholischen Propagandafilm der Augsburger Puppenkiste.