Schlagwort-Archive: Theater trifft Aktion

PROTEST IM ZEITRAFFER

stbSamstag, 9 Uhr, mit Enthusiasmus los, Sonne, Himmel blau. Arabischer Bäcker: „Auch zur Demo? Gegen Faschisten? Möge Gott mit Euch sein.“ Inschallah! Treffpunkt vor dem Schauspielhaus, Kamerateam „Arte Tracks“, ein Silberwürfel voran, 70 Leute hinterher, via Schützenstraße, am Hafen Treffpunkt, 1000 Leute, Euphorie, Musik, Tempo und die Ahnung, dass Gruppengröße und Schlauheit sich umgekehrt proportional verhalten. Jemand fragt: „Hätte man klarer sagen müssen, dass es heute um zivilen Ungehorsam geht?“

Schon renne ich, ohne zu wissen wohin, neben mir joggt in Gruppen von 12 die behelmte Humorlosigkeit (es ist ihr Job, hier und heute humorlos zu sein), die Sonne brennt, Silberwürfel aufblasen im Dauerlauf, Sunderweg Ecke Treibstraße ist schon Schluss, Coitus Interuptus, 1000 im Polizei-Kessel, geraden noch positive Erregung ändert das Vorzeichen, gegenseitige Schuldzuweisungen, die 1000 zerfallen sofort in Kleingruppen, wütende oder verunsicherte Einzelne, schwarze Tücher vor Gesichtern, Wut auf Handy-Kameras (zu recht), drei Kinder im dritten Stock am offenen Fenster, Gesänge „Frontex, Polizei, Militär – Mörder im Mittelmeer.“

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„SUBVERSION. EINE KLEINE DISKURSANALYSE EINES VIELFÄLTIGEN BEGRIFFS.“

Theater und Aktion

In: Psychologie & Gesellschaftskritik. 32. Jg., Heft 128 (2008), S. 9-34.

Wir beginnen den Blog mit einer Diskursanalyse des Begriffs der Subversion, um diesen wichtigen Begriff im Zusammenhang von politischer Aktion und Kunst einmal zu umreißen und zu verdeutlichen, wie unterschiedlich er genutzt wurde.

Nach Thomas Ernst entwickelten sich seit der Französischen Revolution im deutschsprachigen Raum vier Diskurse der Subversion. „SUBVERSION. EINE KLEINE DISKURSANALYSE EINES VIELFÄLTIGEN BEGRIFFS.“ weiterlesen

THEATER TRIFFT AKTION

Theater und Aktion

 

Anlässlich der beginnenden Kooperationen mit den AktionskünstlerInnen vom Peng! Collective (DIE POPULISTEN) und dem Zentrum für Politische Schönheit (2099) lädt das Schauspiel Dortmund gemeinsam mit der Heinrich-Böll Stiftung Berlin zu einem Arbeitswochenende ein: Dreißig ausgewählte TheatermacherInnen mit Hang zur Aktion und AktionskünstlerInnen mit Hang zum Theater werden sich vom 6. – 8. November kennenlernen und in verschiedenen Workshops miteinander austauschen.

Die Fragen, Ergebnisse und Thesen aus den Workshops werden in der Podiumsdiskussion öffentlich vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert. Wir wollen wissen: Haben das Theater und der politische Aktivismus eine gemeinsame Zukunft? Was trennt, was eint uns? Wo können wir voneinander profitieren, und an welchen Stellen stehen wir uns auf den Füßen herum? Und was hat das Publikum davon? Brauchen wir angesichts der Katastrophen der Gegenwart ein neues Politisches Theater?

Kuratiert von Christian Römer (Heinrich-Böll Stiftung) und Alexander Kerlin (Schauspiel Dortmund)