Schlagwort-Archive: Schauspiel Dortmund

DAS MASCHINENGEWEHR GOTTES

Ein Vorgeschmack zum neuen Stück von Wenzel Storch

„Was hier so freundlich gluckst, das ist der Pluderbach. Der Pluderbach fließt seit Jahrhunderten durch Nesselrode, direkt am uralten Pfarrhaus vorbei…“ Mit diesen Worten beginnt ein Kriminalstück, das uns mitnimmt in die fröhliche Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1965). Im Zentrum des Geschehens steht Nesselrode – ein verschlafenes Nest, das durch einen militanten Priester-Mutanten aus dem Gleichgewicht gerät. Drei herrenlose Messdiener begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, um dem Geheimnis ihres Seelsorgers auf die Spur zu kommen. DAS MASCHINENGEWEHR GOTTES weiterlesen

SCHAUSPIEL DISTANZIERT SICH VON ZWERGAFFENDIEBSTAHL

Dortmund 18. September 2015

Das Schauspiel Dortmund hat sich nach langer Beratung dazu entschieden, sich öffentlich von dem Diebstahl der beiden Zwergagutis aus dem Dortmunder Zoo durch das „Zentrum für Politische Schönheit“ (ZPS) in der Nacht vom 10. auf den 11. August zu distanzieren. Die Intendanz des Schauspiels ist in den Vorgang durch die KünstlerInnen des ZPS weder im Vorhinein eingeweiht gewesen, noch hätte sie ihm in der Durchführung jemals zugestimmt. Die Intendanz behält sich vor, mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln dagegen vorzugehen. Diebstahl fremden Eigentums ist nach §242 StGB strafbar und nicht durch die Kunstfreiheit Art. 5 Abs. 3 (GG) gedeckt. Die heutige Bekanntgabe des ZPS, dass die beiden Exemplare der seltenen Zwergseidenaffen-Art in seinem Besitz seien und darüber hinaus in der morgigen Premiere auf der Bühne präsentiert werden sollen, hat die Intendanz ebenso überrascht wie verärgert. Das Schauspiel Dortmund sieht an dieser Stelle eindeutig eine moralische und ethische Grenze überschritten, die durch nichts gerechtfertigt ist.

Für das Wohlergehen der Tiere kann die Intendanz des Schauspiels keine Verantwortung übernehmen, weil der derzeitige Aufenthaltsort vom ZPS geheim gehalten wird. Die Intendanz hat die KünstlerInnen des ZPS heute mehrfach aufgefordert, sich umgehend mit den Tieren der Polizei zu stellen oder deren Aufenthaltsort zu verraten. Sollte dies nicht geschehen, behält sich das Schauspiel Dortmund vor, die morgige Premiere abzubrechen, wenn die Affen auf der Bühne präsentiert würden.

 

gez. Kay Voges, Intendant

sowie Dirk Baumann, Michael Eickhoff, Alexander Kerlin, Anne-Kathrin Schulz (Dramaturgie)

 

Foto: dpa

TROLLE

Vor kurzem gab es bei Maybrit Illner eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Aktivisten Sascha Lobo und dem Kripo-Gewerkschafter André Schulz. Die Frage: Ist der gegenwärtige Hass gegen Fremde ein Randphänomen („eine Gruppe von ca. 20.000 radikalisierten Deutschen“, Schulz)? Oder ist der Rassismus längst ein Massenphänomen (Lobo)?

Lobos Einschätzung ist durch das Netz geprägt. Er beobachtet eine tiefgreifende Veränderung des Verhaltens in den Sozialen Medien. Offen rassistische und verfassungsfeindliche Kommentare werden massenhaft unter „Klarnamen“ (d.h. nicht mehr unter Pseudonymen) veröffentlicht – ein Indiz für Lobo, dass ein gesellschaftliches Tabu gebrochen ist. Zum Glück stimmt das nicht ganz: Die Website „Perlen aus Freital“ hat in den letzten Wochen freundlicherweise Facebook-Rassisten und Holocaust-Leugner direkt mit ihren Arbeitgebern in Kontakt gebracht hat – in mehreren Fällen kam es zu Entlassungen. So mancher wird sich da über sein Netz-Verhalten geärgert haben: „Nüchtern bin ich doch eigentlich ganz anders und sogar Roberto Blanco-Fan“. TROLLE weiterlesen

DIE MÖGLICHKEIT DES GLÜCKS

Möglichkeit einer Insel 8

Planet Erde, im fünften Jahrtausend. Das ewige Ringen um sexuelle Attraktivität hat die Menschheit solange erschöpft, bis sie ausgestorben ist. Jedenfalls so gut wie – nur noch hier und da hausen ein paar verwilderte Exemplare in postapokalyptischen Zivilisations-Trümmern: Die Starken essen die Schwachen.
Die nun dominierende Menschenform ist der genetisch veränderte sogenannte Neo-Mensch, der alleine lebt, sich durch Photosynthese ernährt und weder Liebe noch Hass kennt. Und auch nicht das Trauma des körperlichen Alterns, denn jeder Neo-Mensch wird regelmäßig neu geklont und als Achtzehnjähriger wiedergeboren. Gefühle sind längst wegoptimiert. DIE MÖGLICHKEIT DES GLÜCKS weiterlesen

DIE RÜCKKEHR DES GOLDENEN ZEITALTERS

Alles neu – Das Dortmunder Kultstück ist zurück

„The return of DAS GOLDENE ZEITALTER – 100 Wege dem Schicksal das Sorgerecht zu entziehen“. Regisseur Kay Voges beantwortet die wichtigsten Fragen.

Herr Voges, eine zweite Premiere vom gleichen Stück? Wie geht das?

Wir haben bisher 12 Vorstellungen gespielt, und jede war auf ihre Art eine neue Aufführung. Wir haben dutzende Szenen, die wir jedes Mal aufs Neue miteinander kombinieren. Durch meine Live-Regie und die Improvisation der Schauspieler kommt eine Unberechenbarkeit in den Abend, der an Performance erinnert. Und für „Die Rückkehr“ des Stücks entwickeln wir gerade eine Reihe neuer Ideen und Figuren, die wir mit den bekannten Szenen mischen. Es ist wie in der berühmten Beckett-Formulierung: Das Gleiche noch mal anders. DIE RÜCKKEHR DES GOLDENEN ZEITALTERS weiterlesen

THE NOISE OF ELEKTRA II – LARRY MULLINS

 Bei ELEKTRA steht ein wahnsinniges Musik-Trio auf der Bühne. Larry Mullins, Geoffrey Burton und Paul Wallfisch liefern den Sound der zersplitterten Tragödie. Ob nun laut und lärmend, sanft oder grotesk – die drei Vollblutmusiker sind Meister ihres Fachs. Kurz vor der Generalprobe von ELEKTRA hat Matthias Seier bei den drei Mitgliedern aufgeschnappt, welche Musik sie privat hören. Womit wuchsen sie auf? Was hat sie beeinflusst? Wem schulden sie Dank? Den Anfang macht Drummer und Perkussionist LARRY MULLINS, bekannt durch seine Arbeit mit Iggy Pop und den Swans. THE NOISE OF ELEKTRA II – LARRY MULLINS weiterlesen

WENN GOTT DIE WIEDERHOLUNG NICHT GEWOLLT HÄTTE

Eine Backstage-Dokumentation über DAS GOLDENE ZEITALTER 

Mario Simons Backstage-Dokumentation gibt Einblicke in den Denk-Kosmos der überregional gefeierten Theater-Performance DAS GOLDENE ZEITALTER – 100 Wege dem Schicksal die Show zu stehlen. Die Künstler und Schauspieler um den Regisseur Kay Voges kommen zu Wort und der komplexe technische Aufbau („Die Maschine“) wird erklärt. Zahlreiche Szenenausschnitte werden gezeigt. Darüber hinaus erzählen Zuschauer von ihren Eindrücken während des Abends: verstört, wütend, begeistert.

Die Welt urteilte nach der Uraufführung: „Mit DAS GOLDENEZEITALTER etabliert sich das Dortmunder Ensemble als führendes deutsches Theaterlabor.“ Und amusio.de polterte: „Der größte Theaterskandal des Jahres.“


IRGENDWO ZWISCHEN BIOCHEMIE UND PHILOSOPHIE

Um 4 Uhr 48 | wenn die Klarheit vorbeischaut | für eine Stunde und zwölf Minuten bin ich ganz bei Vernunft. | Kaum ist das vorbei, werd ich wieder verloren sein, eine zerstückelte Puppe, ein absurder Trottel.“

28 Jahre alt ist Sarah Kane, als sie 4.48 Psychose schreibt – ein dunkles Gedicht direkt aus dem Feuer menschlicher Synapsen, eine vielteilige Bestandsaufnahme, hochpoetisch, ein Aufschrei voll Sehnsucht – und ein Abschied. Denn Sarah Kanes fünftes Stück ist zugleich ihr letztes: 1999, kurz nachdem sie das Manuskript ihrem Verleger übergeben hat, nimmt sich der Shooting Star der britischen Dramatik das Leben. Den Tod findet Kane in einer Londoner Klinik, wo sie wegen Depressionen behandelt wurde.
Wohl autobiographisch verweist der Stücktitel auf den Augenblick der größten Klarheit einer Psychiatrie-Patientin: 4 Uhr 48, ein Moment zwischen zwei Medikamentendosen, wo die Tablettenwirkung in den Hintergrund tritt und die Klarheit kommt, die vielleicht zugleich Wahn ist. Auch der Beginn der kurzen Tagesphase, in der die Dramatikerin Kane in diesem Winter 1998/99 schreiben kann.
Die Depression, das Burn-Out – eine Stoffwechselstörung? Oder vielmehr die logische Schlussfolgerung, wenn man mit offenen Augen und offenem Herzen auf unsere Welt schaut? In ihrem 2000 posthum am Londoner Royal Court Theatre uraufgeführtem Text geht die 1971 geborene Sarah Kane in die absolute Nahaufnahme. Sie seziert Fleisch und Geist einer Erkrankung, die selbst Aufgeklärte zutiefst irritiert, lauscht auf den Puls eines Leidens, von dem Millionen von Menschen betroffen sind, das irgendwo zwischen Biochemie, Psychologie und Philosophie angesiedelt scheint. Es ist ein finaler Krieg, auf den Sarah Kane in 4.48 Psychose blickt: Der Krieg des Bewusstseins.

Der Krieg des Bewusstseins: Was ist die Seele? Woraus besteht sie? Und woraus besteht die Krankheit? Für 4.48 Psychose entwickelt Regisseur Kay Voges mit den Software-Ingenieuren Stefan Kögl und Lucas Pleß vom Dortmunder Hackerspace chaostreff dortmund e.V., dem Musiker Tommy Finke, dem Videokünstler Mario Simon und den Schauspielern Björn Gabriel, Merle Wasmuth und Uwe Rohbeck einen besonderen theatralen Laborversuch, der die Metamorphose von Poesie in Elektro-Impulse erforscht – in einem Mensch/Maschine Knoten, in dem sich Körpersignalen der Menschen (Herzschlag, Körpertemperatur, Atemfrequenz usw.) in Sound – und Lichtsignale wandeln: Schichten des Versuchs einer Bestandsaufnahme des Ichs.
4.48 Psychose von Sarah Kane

4.48 PSYCHOSE: 21-Z

21 GRAMM Das Ringen um das Verständnis des Phänomens Seele beschäftigt die Menschheit seit Jahrtausenden, sowohl aus Perspektive des Materialismus als auch der Religion oder des Humanismus. Was ist das Ich? Wo liegt die Seele? Im Herzen, im Gehirn? Existiert sie unabhängig vom Körper? Wo siedelt unsere Trauer, wo wohnt unsere Liebe? Woraus besteht die Seele? Aus Molekülen? Aus Biochemie? Kann man Gefühle messen, kann man Seelen-Krankheit messen, kann man die Seele an sich messen? Den ersten Versuch, die Seele zu wiegen, unternahm der amerikanische Arzt Duncan MacDougall 1901. Er wog mit einer ausgetüftelten Bettwaage sechs sterbende Patienten, um zu beweisen, dass die Seele materiell und messbar sei. Sein Ergebnis: Die Gewichtsdifferenz zwischen lebendigem und toten Patienten betrug durchschnittlich 21 Gramm – zwischen 8 und 35 Gramm. MacDougall experimentierte auch mit Hunden, die er vergiftete und bei deren Sterben er keine Gewichtsabnahme messen konnte, woraus er folgerte, dass Hunde keine Seele besäßen. Spätere Experimente stellten MacDougalls Erkenntnisse in Frage, seine Studien gelten heute als unwissenschaftlich. Als Sinnbild für die Sehnsucht des Menschen, sich selbst zu erkennen und die Seele zu verstehen, sind MacDougalls 21 Gramm jedoch kulturell unsterblich geworden. →LESETIPP 4.48 PSYCHOSE: 21-Z weiterlesen

GLOSSAR

Achill
Sohn des Peleus und der Meeresgöttin Thetis; galt als größter Held im griech. Heer vor Troja. Bei Christa Wolf stets mit dem Attribut „das Vieh“ versehen, zeigt sich A. besonders grausam im Kampf (ermordete Troilos, Hektor, Penthesilea). Getötet durch einen Hinterhalt von Paris (Achillesverse).

Agamemnon
König von Mykene; Ehemann der Klytaimnestra; Vater von Orestes, Elektra, Iphigenie, Chrysothemis; Bruder des Menelaos. Weil vor seinem Aufbruch in den Trojanischen Krieg Windstille herrschte, opferte A. seine Tochter Iphigenie der Göttin Artemis und zog dadurch die Rache seiner Frau Klytaimnestra auf sich. Nach seiner Rückkehr nach Mykene gemeinsam mit seiner Kriegsbeute Kassandra von Klytaimnestra erschlagen.

Kassandra

Aineias
Sohn des Anchises und der Aphrodite. Mehrfach durch göttliche Schutzhand gerettet, gelang es A. schließlich, mit einigen Verbündeten aus Troja zu fliehen und eine neue Stadt zu gründen (umstrittener Stammvater Roms). Bei Wolf erscheint A. als idealisierter Geliebter Kassandras, von dem sie sich schlussendlich trennt.

Anchises
Trojaner königlicher Herkunft; zeugte in der gr. Mythologie mit der Göttin Aphrodite Aineias. Wird am Ende des Trojanischen Krieges von Aineias in einem Korb vor den Griechen gerettet. Bei Wolf ideologischer Mittelpunkt der Gemeinschaft am Fluss Skamandros.

Apollon
Allg. bekannt als Gott u.a. des Lichts, der Weissagung und der Künste; Sohn des Zeus, Vater des Orpheus. Bei Wolf ist A. derjenige, der Kassandra im Traum die Sehergabe verleiht; dabei zeigt er sich nicht edelmütig, sondern sexuell bedrängend.

Arisbe
In der gr. Mythologie Tochter des Merops, erste Frau des Priamos, Mutter des Aisakos. Bei Wolf Teil der Gemeinschaft am Fluss Skamandros; Muttergestalt für Kassandra.

Briseis
Tochter des Kalchas, Frau von Kassandras Bruder Troilos. Nach dessen Tod wechselt sie zu ihrem Vater ins Griechenlager, kehrt später aber zurück und wird Teil der Gemeinschaft am Skamandros.

Eumelos
Von Wolf nur dem Namen nach der gr. Mythologie entnommen. Niedriger Herkunft, Sohn eines Schreibers und einer Sklavin aus Kreta. Erster Offizier Trojas, wichtigster (Kriegs-)Berater des Priamos.

Hekabe
Königin von Troja; Frau des Priamos. Mutter zahlreicher Kinder, u.a. von Hektor, Paris, Kassandra, Polyxena, Troilos. Wird nach dem Fall Trojas Sklavin des Odysseus und von diesem verschleppt. Zu Beginn von Wolfs Erzählung noch unangefochtene Königin, wird sie von ihrem Mann Priamos im Führungsanspruch verdrängt.

Hektor
Ältester Sohn des Priamos und der Hekabe; mutigster Feldherr Trojas; wird im Zweikampf mit Achill getötet. Bei Wolf sieht Kassandra ihren Bruder im Gegensatz zum troj. Königshaus nicht als Held.

Kassandra

Helena
Tochter des Zeus; in der gr. Mythologie allgemein als schönste aller Frauen bekannt. Bei Wolf nur namentlich erwähnt: Paris, der H. ihrem Gatten Menelaos entführt, verliert sie in Ägypten an den dortigen König; dennoch ist sie Kriegsgrund im Trojanischen Krieg. Kassandra selbst begreift erst spät, dass H. gar nicht in Troja ist.

Kalchas
Seher der Griechen während des Trojanischen Krieges. Bei Wolf zunächst Vertrauter Kassandras, der dann zu den Griechen überläuft und später auch seine Tochter Briseis ins feindliche Lager holt.

Kassandra
Tochter des Priamos und der Hekabe; von Apollon begehrt und mit der Sehergabe beschenkt; Hauptfigur der gleichnamigen Christa-Wolf-Erzählung. Gilt in der gr. Mythologie als tragische Figur, da niemand ihren (zutreffenden) Weissagungen Glauben schenkt. Wird von Agamemnon nach dem Sieg der Griechen als dessen Geliebte nach Mykene entführt, wo sie von Klytaimnestra mit der Axt erschlagen wird.

Klytaimnestra
Tochter eines Spartanerkönigs; Schwester der schönen Helena; Gattin und Mörderin des Agamemnon; Königin von Mykene. Mutter von Iphigenie, Orestes, Elektra, Chrysothemis. Mörderin Kassandras.

Kybele
Fruchtbarkeitsgöttin aus dem kleinasiatischen Raum; von einigen Griechen bzw. Trojanern als „Große Mutter“ verehrt. Bei Wolf ist der Kybele-Kult Gegenpol zur „etablierten“ Götterwelt.

Menelaos
König von Sparta; floh nach Ermordung seines Vaters mit dem älteren Bruder Agamemnon aus Mykene und vermählte sich mit Helena. Bei Wolf wird M. von Paris provoziert und auf seine Frau angesprochen, die Paris später entführt, woraufhin M. Troja den Krieg erklärt.

Mykene
Im Altertum eine der wichtigsten Städte Griechenlands; gelegen auf der Peloponnes, nördlich der Ebene von Argos. Sitz des Königshauses des Agamemnon und der Klytaimnestra. Heimat von Orestes, Elektra, Iphigenie, Chrysothemis.

Panthoos
Randfigur in der gr. Mythologie, Teil der trojanischen Seite; Priester griechischer Herkunft, der mit einem Schiff nach Troja gelangte.

Parthena
Wird nur bei Wolf erwähnt; Amme Kassandras, die diese zum ersten Mal mit dem Namen Kybele konfrontiert.

Penthesilea
Königin und Heerführerin der Amazonen; kämpfte nach Hektors Tod auf Seiten der Trojaner gegen die Griechen. Bei Wolf männerverachtend und prinzipientreu; wird von Achill im Zweikampf getötet und anschließend geschändet.

Polyxena
Tochter des Priamos und der Hekabe; jüngere Schwester Kassandras. In einigen Antikenbearbeitungen Liebesobjekt Achills. Wird bei Wolf von den Trojanern als Lockvogel für Achill benutzt; dieser fordert darauf im Sterben, P. auf seiner Grabstätte zu opfern.

Priamos
König von Troja, Ehemann der Hekabe, mit der er laut gr. Mythologie 50 Söhne und 12 Töchter hatte. Sohn des troj. Königs Laomedon, Bruder der Hesione. Bei Wolf ist Kassandra zunächst Lieblingstochter des P., wird dann aber von ihm verstoßen und kurzzeitig in Gefangenschaft genommen, als sie den Kriegsplänen in die Quere kommt. Nach der Niederlage Trojas wird P. am Altar des Zeus erschlagen.

Kassandra

Telamon
König von Salamis; gewann laut gr. Mythologie die trojanische Königsschwester Hesione in einer früheren Schlacht in Troja und machte sie zu seiner Frau und Königin. Bei Wolf nur namentlich erwähnt.

Troja
Griech. Ilios oder Ilion, lat. Troja; sagenumwobene Stadt in Kleinasien (Nordwesten der heutigen Türkei). Geographische Lage seit den Ausgrabungen Heinrich Schliemanns Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Im zehnjährigen Trojanischen Krieg (Mittelpunkt von Homers Ilias) von den Griechen belagert und nach Einnahme mithilfe der List des Trojanischen Pferds dem Erdboden gleichgemacht.

Troilos
Jüngster Sohn des Priamos und der Hekabe; Bruder Kassandras. Randfigur der trojanischen Sagenwelt, Titelfigur eines Shakespeare-Stücks (Troilus und Cressida). Bei Wolf erstes prominentes Opfer des Trojanischen Krieges: T. wird von Achill unter Kassandras Augen im Apollon-Tempel hingerichtet.