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2099

(Einige Gedanken zum Ansatz der Inszenierung)

Das erste Theaterstück des Zentrums für Politische Schönheit stellt vier Philosophen vom Ende des 21. Jahrhunderts auf eine Theaterbühne des Jahres 2015. Menschen vom Beginn des Jahrhunderts sehen sich Menschen vom Ende des Jahrhunderts gegenüber. In dieser Gegenüberstellung fliegt der Funke einer historischen Kraft: Menschen, die sich gerade erst aufmachen, ihr politisches Wollen im 21. Jahrhundert zu erforschen, werden auf der Bühne des Schauspiels Dortmund mit dem Urteil konfrontiert, das sich die Nachwelt über sie gebildet hat. Eine Theater-Zeitreise, die allen Beteiligten – sowohl auf, vor, neben und hinter der Bühne – buchstäblich alles abverlangt. Die Philosophen aus dem Jahre 2099 versuchen dabei, die Geschichte des 21. Jahrhundert umzuschreiben und das Schicksal zu korrigieren. Von dieser Überzeugung sind sie alle getragen – Natur würfelt nicht, aber die Geschichte würfelt. Das Publikum muss handeln, bevor es zu spät ist. 2099 weiterlesen

WENN DIE SYRER WALE WÄREN

von Philipp Ruch / Zentrum für Politische Schönheit

„Warum sollen wir Mitleid mit Menschen haben?
Von ihnen können wir jederzeit mehr machen,
aber ein Pferd – versuch mal, ein Pferd zu machen!“
Stalin

stbAls der letzte Bär im Zoo von Sarajevo 1992 während des Bosnien-Krieges verhungerte, war die öffentliche Empörung groß. Der geplante Massenmord von Hunderttausend Menschen, gerade auch die mit gezielten Kopfschüssen getöteten Kinder zu Kriegsbeginn, verkörperten dagegen das kleinere Problem. Der Dortmunder Zoo ist ein Liebling der Lokalmedien; bedrohte Tiere sind immer auch eine Herzensangelegenheit der (medialen) Weltöffentlichkeit. WENN DIE SYRER WALE WÄREN weiterlesen