Schlagwort-Archive: Paul Wallfisch

WILLKOMMEN UND ABSCHIED

Ich persönlich bin ja ganz schlecht darin, ein Ende zu finden. Sowohl beim Zeitpunkt – auf Parties bleibe ich meist zu lange – als auch beim Abschied an sich. Da bin ich ein großer Fan des stillen Abgangs: einfach ohne persönliche Verabschiedung gehen. Anfänge sind mir da lieber: Der Urlaubsbeginn, das frisch angeschnittene Brot, das neu beginnende Projekt. Jedem Anfang wohnt eben ein Zauber inne, das schrieb schon Hermann Hesse.

Aber alles hat eben irgendwann ein Ende. Manchmal ist das ein Grund zur Freude – und manchmal ist man sehr traurig. Wenn Beziehungen in die Brüche gehen, lieb gewonnene Menschen sterben oder einfach eine schöne Zeit zu Ende geht. Das ist im echten Leben genauso wie im Theater. Im Schauspiel mussten wir uns z.B. gerade von DAS GOLDENE ZEITALTER verabschieden. Und dabei wurde sicher das ein oder andere Tränchen im Publikum und bei den Beteiligten verdrückt. WILLKOMMEN UND ABSCHIED weiterlesen

THE NOISE OF ELEKTRA II – LARRY MULLINS

 Bei ELEKTRA steht ein wahnsinniges Musik-Trio auf der Bühne. Larry Mullins, Geoffrey Burton und Paul Wallfisch liefern den Sound der zersplitterten Tragödie. Ob nun laut und lärmend, sanft oder grotesk – die drei Vollblutmusiker sind Meister ihres Fachs. Kurz vor der Generalprobe von ELEKTRA hat Matthias Seier bei den drei Mitgliedern aufgeschnappt, welche Musik sie privat hören. Womit wuchsen sie auf? Was hat sie beeinflusst? Wem schulden sie Dank? Den Anfang macht Drummer und Perkussionist LARRY MULLINS, bekannt durch seine Arbeit mit Iggy Pop und den Swans. THE NOISE OF ELEKTRA II – LARRY MULLINS weiterlesen

THE NOISE OF ELEKTRA I – PAUL WALLFISCH

 Bei ELEKTRA steht ein wahnsinniges Musik-Trio auf der Bühne. Larry Mullins, Geoffrey Burton und Paul Wallfisch liefern den Sound der zersplitterten Tragödie. Ob nun laut und lärmend, sanft oder grotesk – die drei Vollblutmusiker sind Meister ihres Fachs. Kurz vor der Generalprobe von ELEKTRA hat Matthias Seier bei den drei Mitgliedern aufgeschnappt, welche Musik sie privat hören. Womit wuchsen sie auf? Was hat sie beeinflusst? Wem schulden sie Dank? Den Anfang macht PAUL WALLFISCH. THE NOISE OF ELEKTRA I – PAUL WALLFISCH weiterlesen

ELEKTRA IST PUNKROCK

Am kommenden Samstag, 7. Februar 2015 feiert am Schauspiel Dortmund die Tragödie „Elektra“ von Alexander Kerlin Uraufführung – mit einer fantastisch besetzten Live-Band: Paul Wallfisch (u.a. Botanica) steht gemeinsam mit Drummer Larry Mullins (u.a. Iggy Pop and the Stooges, Swans) und Gitarrist Geoffrey Burton (u.a. Sophie Hunger und Iggy Pop) auf der Bühne. Matthias Seier hat mit Wallfisch, seit 2010 Musikalischer Leiter am Schauspiel, über den Abend gesprochen.

 Elektra ELEKTRA IST PUNKROCK weiterlesen

PARIS, PEGIDA UND DIE ANGST

Wie das politische Klima in Europa einen Probenprozess verändert hat

Am 7. Februar feiert die Tragödie Elektra Uraufführung im Schauspielhaus. Der Dramaturg und Autor Alexander Kerlin hat in Zusammenarbeit mit Regisseur Paolo Magelli, dem Ensemble und Musiker Paul Wallfisch ein Stück geschrieben, das sich an dem antiken Vorbild von Euripides orientiert – und dabei einen eigenen Fokus setzt. Wir haben mit ihm über seine Arbeit gesprochen. PARIS, PEGIDA UND DIE ANGST weiterlesen

RAUM FÜR ZUFÄLLE

4 FRAGEN AN DEN MUSIKER PAUL WALLFISCH

 

Wie wird aus einem Märchen Musik?
Ich erkenne da ehrlich gesagt keinen Unterschied zu anderen Songs, die ich geschrieben habe: Du musst einen persönlichen Zugang finden und dann nach etwas Allgemeingültigem suchen. Ich habe an den Märchen lieben gelernt, dass sie weder pädagogisch noch moralisch sind. Der Schlüssel war dann aber die Entdeckung von Anne Sextons Grimm-Bearbeitung „Transformations“. Ihre Märchen-Lyrik ist bereits Musik, mit harten Inhalten. Sehr inspirierend.

 

Trotzdem: Braucht man für einen Märchen-Theaterabend besondere Musiker?
Auf jeden Fall. Deshalb bin ich sofort auf Alexander Hacke und Danielle de Picciotto gekommen: Die beiden sind selbst Märchenfiguren und leben eine märchenhafte Beziehung. So verträumt. Zwei gegen die Welt. Und als ich in New York das erste Mal Danielles Sprechstimme gehört habe, wollte ich sie unbedingt in einem größeren Kontext hören. Sie bringt ja auch diese märchenhaften Instrumente mit: Hurdy Gurdy, Autoharp. Und Alex macht viel Filmmusik und hat ein eklektisches Verständnis von Klang. Eine perfekte Kombination. Später haben wir dann Mick Harvey dazu geholt, und was soll man über ihn noch sagen? Eine Universalbegabung!

 

Da treffen unterschiedliche Hintergründe aufeinander: Einstürzende Neubauten, Nick Cave and The Bad Seeds, Botanica, Crime and The City Solution – was ergibt das zusammen?
Ich mag es nicht, wenn man Musik einordnet. Umso mehr freut es mich, dass es vielen schwer fällt, das Genre von The Ministry of Wolves zu benennen. Natürlich spielen wir Theater-Musik, aber ich wollte von Anfang an im Rahmen eines elektrischen Quartetts so weit wie möglich weg von typischen Rocksongs. Es sollte anders klingen als bei Botanica und bei Der Meister und Margarita, mit viel Raum für Zufälle. Es gibt keinen Namen dafür, und wir folgen keiner klassischen Besetzung. Alle singen, alle spielen fast alle Instrumente, hinzu kommen elektronische Samples und Loops.

 

Werden wir von The Ministry of Wolves noch mehr bekommen?
Jetzt kommen erstmal die Tour und die Vorstellungen in Dortmund. Wir haben aber noch ein paar Sachen in der Schublade, die wir zumindest als Download veröffentlichen werden. Alles andere steht in den Sternen.

 

Die Facebookseite der Band finden Sie hier.

Alle Songtexte finden Sie zum Download finden Sie hier.

 

Paul Wallfisch ist seit 2010 Musikalischer Leiter am Schauspiel Dortmund. U.a. komponierte er die Musik zu Woyzeck, Bluthochzeit und Einige Nachrichten an das All. Für Der Meister und Margarita produzierte er mit seiner Band Botanica das Album What do You Believe in?.