Schlagwort-Archive: MICHEL FOUCAULT

PANOPTISMUS

Eine von Michel Foucault 1977 formulierte Theorie („Überwachen und Strafen“), nach der bereits im frühen Kapitalismus der Wunsch nach möglichst effizienter, allgemeiner gesellschaftlicher Disziplinierung immer drängender geworden sei. Das Extrem einer effizienten Überwachung: Ein sich über alle Sphären der Gesellschaft spannendes Netz. Wenn kein Bürger mehr wissen könne, ob er gerade überwacht wird oder nicht, diszipliniere er sich sicherheitshalber permanent selbst – überwacht sich also selber. Über einen längeren Zeitraum, so Foucault, führt dieser Mechanismus zu einer Verinnerlichung der erwarteten Normen und zur vollkommenen Unmöglichkeit, diese Normen brechen zu können – oder auch nur daran zu denken. |→ANTHROPOZÄN | →BLADE RUNNER | →WHISTLEBLOWER | →KAMERAS | →KEITH ALEXANDER |→MICHEL FOUCAULT | →ONLINE | →PANOPTICON | →POST-PANOPTICON | →REVOLUTION | →SCHREIBMASCHINE | →ÜBERWACHUNG | →WILLIAM SHAKESPEARE

MICHEL FOUCAULT

ist ein berühmter französischer Historiker und Philosoph (1926-1984), der in seinem umfangreichen Werk die Beziehungen zwischen Wissen und Macht sowie dessen Nutzung durch soziale Kontrollorgane untersuchte. Er widmete sich zunächst der Geschichte des Wahnsinns und der Psychiatrie in Europa („Wahnsinn und Gesellschaft“, 1963), später analysierte er Institutionen wie Klinik oder Gefängnis („Überwachen und Strafen“, 1977) oder die Geschichte der Sexualität. In „Die Ordnung der Dinge“ (1966) beschreibt er das Entstehen der Linguistik, Soziologie oder auch Psychoanalyse und schlussfolgert, dass diese den Menschen als einen vom Unterbewusstsein Getriebenen zeichnen. Gerade deshalb sei die Figur des Menschen in der Wissenschaft kein souveränes und selbstbestimmtes Individuum, sondern, so Foucault, werde „verschwinden wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand.“

ALGORITHMUS | →PANOPTICON | →PANOPTISMUS | →POST-PANOPTICON | →WILLIAM SHAKESPEARE | →ZWEIFEL | →WEITERE STIMMEN