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WIE NAH WAR DER VERFASSUNGSSCHUTZ DEN NSU-MÖRDERN?

Exemplarisch für diese Frage steht der Fall des Verfassungsschützers Andreas Temme, auch namentlich im Text von Elfriede Jelinek genannt, der am 6. April 2006 zum Zeitpunkt des Mordes an Halit Yozgat in dessen Kasseler Internet-Café war – aber bis heute vorgibt, den schallgedämpften Schuss und auch das Nachladen der Pistole nicht gehört, den niedergeschossenen Mann hinter seinem Tresen nicht gesehen zu haben.
Über diesen Fall, der die Nähe des Verfassungsschutzes zum NSU-Komplex zeigt, berichten Stefan Aust, Per Hinrichs, Dirk Laabs.
Den ausführlichen Artikel, erschienen am 11.11.2015 in „Die Welt“ finden Sie hier.

Das schweigende MŠdchen

 

JELINEK IM MEGASTORE

Hass wird mit SS geschrieben. Zwischen 2000 und 2006 ermordeten Unbekannte neun türkischstämmige Männer in verschiedenen Großstädten. Überall fielen sie den Kugeln aus immer der gleichen Pistole zum Opfer; doch weder in Nürnberg, noch in München oder Hamburg, noch in Rostock, Kassel oder Dortmund wurden die offensichtlichen Parallelen zu einem Verdacht gemünzt, der die Täter auch nur annähernd in den Fokus genommen hätte. Stattdessen stigmatisierten die Ermittlungen im kriminellen Drogenmilieu oder Vermutungen auf Morde aus Eifersucht die Opfer postum und ihre Familien gleich mit. Erst als am 4. November 2011 die beiden Rechtsextremen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in ihrem Wohnmobil in Eisenach vermutlich Selbstmord begingen, erst als sich Beate Zschäpe wenige Tage später der Polizei stellte, konnten die neun Morde und darüber hinaus mehrere Banküberfälle, vier Sprengstoffanschläge und der Mord an einer Polizistin als Serie verstanden werden – verübt von Mitgliedern der rechtsextremen terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). JELINEK IM MEGASTORE weiterlesen