Schlagwort-Archive: Kay Voges

FOTOGALERIE: STERNMARSCH ZUM MEGASTORE

Das war der Sternmarsch, der Umzug des Schauspiel Dortmund in den MEGASTORE in der Felicitasstraße 2! Das Ensemble und Mitarbeiter zogen gemeinsam am 1. Februar vom Hiltropwall nach Hörde, um dem Schauspiel-Stern ein neues Zuhause zu geben. Ab sofort bespielt das Schauspiel Dortmund den Megastore in Hörde – und weiterhin das Studio am Hiltropwall. Die Bühne im Schauspielhaus kann wegen notwendiger Umbau-Maßnahmen vorläufig nicht bespirelt werden. Sehen Sie hier das Highlight der Bilder vom Sternmarsch!

 

DIE SHOW BEIM NACHTKRITIK THEATERTREFFEN DABEI

Nach einer Woche Abstimmungszeit hat es DIE SHOW – Ein Millionenspiel um Leben und Tod von Kay Voges, Alexander Kerlin und Anne-Kathrin Schulz unter die besten 10 aus 47 nominierten Inszenierungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum geschafft! Wir freuen uns sehr und möchten uns bei allen Freund*innen und Unterstützer*innen bedanken, die in den vergangenen Tagen fleißig für uns abgestimmt haben! DIE SHOW BEIM NACHTKRITIK THEATERTREFFEN DABEI weiterlesen

MEGATHEATER

Warum umgebaut wird, ab wann es losgeht und was es mit dem MEGASTORE auf sich hat: Das Vorwort von Intendant Kay Voges aus dem MEGAZINE, dem neuen Spielzeitheft des Schauspiel Dortmund!

Megazine

Liebe Freunde des (MEGA)-Schauspiels,

es war während der Pause unseres Spielzeit-Abschluss-Festes, am 25. Juni 2015 – Paul Wallfisch wurde gerade vom Dortmunder Publikum mit Standing Ovations verabschiedet, da erreichte mich folgende SMS: „Der Rat der Stadt unterstützt die Übergangsspielstätte MEGASTORE für den Zeitraum des Umbaus!“ Der Umbau? Aufgrund von Brand- und Arbeitsschutzverordnungen muss der komplette Abschnitt zwischen Schauspielmagazin und Theaterpforte teilweise abgerissen, teilweise modernisiert werden. Der große Saal des Schauspielhauses wird dadurch nicht mehr bespielt werden können.

Am 31. Januar 2016 öffnen wir daher zum letzten Mal in dieser Spielzeit unsere Türen zum großen Saal. Das kleinere Studio wird jedoch weiter, wie gewohnt, mit ungewöhnlichen Produktionen für unser Publikum offen bleiben.

Ab dem 11. Dezember 2015 wird das Schauspiel dann zum MEGATHEATER – mit der ersten Premiere in der neuen Spielstätte, dem ehemaligen MEGASTORE des BVB (Felicitasstraße 2, Phoenix West / Dortmund-Hörde).

Heute bin ich überglücklich, Ihnen nun endlich einen kompletten Spielplan für die Theatersaison 15/16 präsentieren zu können. Was wir alles für Sie entwickeln werden, davon berichten wir auf den 96 Seiten unseres MEGAZINES – und ich kann Ihnen sagen:

Es wird MEGASPANNEND.

Ich freue mich auf Sie und wünsche Ihnen eine außergewöhnlich aufregende Spielzeit an Ihrem MEGATHEATER.

Ihr

Kay Voges

Intendant des Schauspiels

PS:

Übrigens, das Theatermagazin „Theater heute“ hat das Schauspiel Dortmund in der aktuellen Jahresumfrage zum zweitbesten Theater im deutschsprachigen Raum gekürt (neben drei Bühnen aus Berlin). Diesen Erfolg haben wir auch Ihnen, unserem Publikum, zu verdanken. Sie haben uns durch die letzten Jahre mit Ihrer Offenheit und Neugierde getragen. Danke, MEGAPUBLIKUM!

Das ganze MEGAZINE können sie HIER downloaden und HIER online durchblättern!

Und so kommt man hin: U 49 (Richtung Hacheney) bis Rombergpark, Bus 440 (Richtung Aplerbeck) bis Pferdebachtal ODER U 41 (Richtung Hörde) bis Hörde Bahnhof, Bus 440 (Richtung Germania) bis Pferdebachtal.

SCHAUSPIEL DISTANZIERT SICH VON ZWERGAFFENDIEBSTAHL

Dortmund 18. September 2015

Das Schauspiel Dortmund hat sich nach langer Beratung dazu entschieden, sich öffentlich von dem Diebstahl der beiden Zwergagutis aus dem Dortmunder Zoo durch das „Zentrum für Politische Schönheit“ (ZPS) in der Nacht vom 10. auf den 11. August zu distanzieren. Die Intendanz des Schauspiels ist in den Vorgang durch die KünstlerInnen des ZPS weder im Vorhinein eingeweiht gewesen, noch hätte sie ihm in der Durchführung jemals zugestimmt. Die Intendanz behält sich vor, mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln dagegen vorzugehen. Diebstahl fremden Eigentums ist nach §242 StGB strafbar und nicht durch die Kunstfreiheit Art. 5 Abs. 3 (GG) gedeckt. Die heutige Bekanntgabe des ZPS, dass die beiden Exemplare der seltenen Zwergseidenaffen-Art in seinem Besitz seien und darüber hinaus in der morgigen Premiere auf der Bühne präsentiert werden sollen, hat die Intendanz ebenso überrascht wie verärgert. Das Schauspiel Dortmund sieht an dieser Stelle eindeutig eine moralische und ethische Grenze überschritten, die durch nichts gerechtfertigt ist.

Für das Wohlergehen der Tiere kann die Intendanz des Schauspiels keine Verantwortung übernehmen, weil der derzeitige Aufenthaltsort vom ZPS geheim gehalten wird. Die Intendanz hat die KünstlerInnen des ZPS heute mehrfach aufgefordert, sich umgehend mit den Tieren der Polizei zu stellen oder deren Aufenthaltsort zu verraten. Sollte dies nicht geschehen, behält sich das Schauspiel Dortmund vor, die morgige Premiere abzubrechen, wenn die Affen auf der Bühne präsentiert würden.

 

gez. Kay Voges, Intendant

sowie Dirk Baumann, Michael Eickhoff, Alexander Kerlin, Anne-Kathrin Schulz (Dramaturgie)

 

Foto: dpa

„ICH LASSE TATEN STATT WORTE SPRECHEN“ – BRUNO HÜBNER IM GESPRÄCH

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Bruno Hübner. Der Name ist mittlerweile synonym geworden mit der DIE SHOW. Als berüchtigter Kopf des ebenso berüchtigten „Kommandos“ leitet er die grausamen Spiele und die Menschenjagd gegen die SHOW-Kandidaten.

Wie tickt ein Mensch, der von Millionen dafür bejubelt wird, dass er Menschen bis in den Tod quält? Hat Bruno Hübner gar auch eine andere Seite – eine verständnisvolle, selbstkritische? Ist hinter der Oberfläche, die uns der Sender DIE-TV präsentiert, auch etwas Tieferes?

Falls ja, konnten wir es nicht herausfinden. Hübner lässt keinen an sich ran. Jeden Versuch lässt er gnadenlos abprellen, was uns schnell im Gespräch bewusst wurde. Was folgt, ist somit leider mehr nur das Protokoll einer gescheiterten Kontaktaufnahme als ein wahres Interview.

Herr Hübner, danke für das Interview. Sie gelten als medienscheu und sind eigentlich abseits der SHOW kaum für die Öffentlichkeit zu erreichen.

Das stimmt. Ich lasse Taten sprechen. Keine Worte. „ICH LASSE TATEN STATT WORTE SPRECHEN“ – BRUNO HÜBNER IM GESPRÄCH weiterlesen

„FÜR ANGST HAB ICH KEINE ZEIT“

Am 23. August feiert die Die Show ihr zehntes Staffelfinale und gleichzeitig ihre Premiere im Schauspiel Dortmund.  Die Grundregeln der Show: Der Kandidat muss in sechs Tagen sechs unlösbare Aufgaben überleben und wird am letzten Tag für vogelfrei erklärt.

Erstmals wird mit Bernhard Lotz (43) ein Dortmunder an der umstrittenen TV-Sendung „Die Show“ teilnehmen. Der Bäckereiangestellte trainiert täglich vor Schichtbeginn am Phoenix-See. Wir sprachen mit Lotz über seine Zukunft, seine Teilnahme an der Show sowie die Angst vor dem Tod.

Bernhard Lotz erhält vom Moderatorenduo Bodo Aschenbach und Ulla die Einladung zur Show. (Foto: DIE TV)
Bernhard Lotz erhält vom Moderatorenduo Bodo Aschenbach und Ulla die Einladung zur Show. (Foto: DIE TV)

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DIE RÜCKKEHR DES GOLDENEN ZEITALTERS

Alles neu – Das Dortmunder Kultstück ist zurück

„The return of DAS GOLDENE ZEITALTER – 100 Wege dem Schicksal das Sorgerecht zu entziehen“. Regisseur Kay Voges beantwortet die wichtigsten Fragen.

Herr Voges, eine zweite Premiere vom gleichen Stück? Wie geht das?

Wir haben bisher 12 Vorstellungen gespielt, und jede war auf ihre Art eine neue Aufführung. Wir haben dutzende Szenen, die wir jedes Mal aufs Neue miteinander kombinieren. Durch meine Live-Regie und die Improvisation der Schauspieler kommt eine Unberechenbarkeit in den Abend, der an Performance erinnert. Und für „Die Rückkehr“ des Stücks entwickeln wir gerade eine Reihe neuer Ideen und Figuren, die wir mit den bekannten Szenen mischen. Es ist wie in der berühmten Beckett-Formulierung: Das Gleiche noch mal anders. DIE RÜCKKEHR DES GOLDENEN ZEITALTERS weiterlesen

WENN GOTT DIE WIEDERHOLUNG NICHT GEWOLLT HÄTTE

Eine Backstage-Dokumentation über DAS GOLDENE ZEITALTER 

Mario Simons Backstage-Dokumentation gibt Einblicke in den Denk-Kosmos der überregional gefeierten Theater-Performance DAS GOLDENE ZEITALTER – 100 Wege dem Schicksal die Show zu stehlen. Die Künstler und Schauspieler um den Regisseur Kay Voges kommen zu Wort und der komplexe technische Aufbau („Die Maschine“) wird erklärt. Zahlreiche Szenenausschnitte werden gezeigt. Darüber hinaus erzählen Zuschauer von ihren Eindrücken während des Abends: verstört, wütend, begeistert.

Die Welt urteilte nach der Uraufführung: „Mit DAS GOLDENEZEITALTER etabliert sich das Dortmunder Ensemble als führendes deutsches Theaterlabor.“ Und amusio.de polterte: „Der größte Theaterskandal des Jahres.“


IRGENDWO ZWISCHEN BIOCHEMIE UND PHILOSOPHIE

Um 4 Uhr 48 | wenn die Klarheit vorbeischaut | für eine Stunde und zwölf Minuten bin ich ganz bei Vernunft. | Kaum ist das vorbei, werd ich wieder verloren sein, eine zerstückelte Puppe, ein absurder Trottel.“

28 Jahre alt ist Sarah Kane, als sie 4.48 Psychose schreibt – ein dunkles Gedicht direkt aus dem Feuer menschlicher Synapsen, eine vielteilige Bestandsaufnahme, hochpoetisch, ein Aufschrei voll Sehnsucht – und ein Abschied. Denn Sarah Kanes fünftes Stück ist zugleich ihr letztes: 1999, kurz nachdem sie das Manuskript ihrem Verleger übergeben hat, nimmt sich der Shooting Star der britischen Dramatik das Leben. Den Tod findet Kane in einer Londoner Klinik, wo sie wegen Depressionen behandelt wurde.
Wohl autobiographisch verweist der Stücktitel auf den Augenblick der größten Klarheit einer Psychiatrie-Patientin: 4 Uhr 48, ein Moment zwischen zwei Medikamentendosen, wo die Tablettenwirkung in den Hintergrund tritt und die Klarheit kommt, die vielleicht zugleich Wahn ist. Auch der Beginn der kurzen Tagesphase, in der die Dramatikerin Kane in diesem Winter 1998/99 schreiben kann.
Die Depression, das Burn-Out – eine Stoffwechselstörung? Oder vielmehr die logische Schlussfolgerung, wenn man mit offenen Augen und offenem Herzen auf unsere Welt schaut? In ihrem 2000 posthum am Londoner Royal Court Theatre uraufgeführtem Text geht die 1971 geborene Sarah Kane in die absolute Nahaufnahme. Sie seziert Fleisch und Geist einer Erkrankung, die selbst Aufgeklärte zutiefst irritiert, lauscht auf den Puls eines Leidens, von dem Millionen von Menschen betroffen sind, das irgendwo zwischen Biochemie, Psychologie und Philosophie angesiedelt scheint. Es ist ein finaler Krieg, auf den Sarah Kane in 4.48 Psychose blickt: Der Krieg des Bewusstseins.

Der Krieg des Bewusstseins: Was ist die Seele? Woraus besteht sie? Und woraus besteht die Krankheit? Für 4.48 Psychose entwickelt Regisseur Kay Voges mit den Software-Ingenieuren Stefan Kögl und Lucas Pleß vom Dortmunder Hackerspace chaostreff dortmund e.V., dem Musiker Tommy Finke, dem Videokünstler Mario Simon und den Schauspielern Björn Gabriel, Merle Wasmuth und Uwe Rohbeck einen besonderen theatralen Laborversuch, der die Metamorphose von Poesie in Elektro-Impulse erforscht – in einem Mensch/Maschine Knoten, in dem sich Körpersignalen der Menschen (Herzschlag, Körpertemperatur, Atemfrequenz usw.) in Sound – und Lichtsignale wandeln: Schichten des Versuchs einer Bestandsaufnahme des Ichs.
4.48 Psychose von Sarah Kane

4.48 PSYCHOSE: 21-Z

21 GRAMM Das Ringen um das Verständnis des Phänomens Seele beschäftigt die Menschheit seit Jahrtausenden, sowohl aus Perspektive des Materialismus als auch der Religion oder des Humanismus. Was ist das Ich? Wo liegt die Seele? Im Herzen, im Gehirn? Existiert sie unabhängig vom Körper? Wo siedelt unsere Trauer, wo wohnt unsere Liebe? Woraus besteht die Seele? Aus Molekülen? Aus Biochemie? Kann man Gefühle messen, kann man Seelen-Krankheit messen, kann man die Seele an sich messen? Den ersten Versuch, die Seele zu wiegen, unternahm der amerikanische Arzt Duncan MacDougall 1901. Er wog mit einer ausgetüftelten Bettwaage sechs sterbende Patienten, um zu beweisen, dass die Seele materiell und messbar sei. Sein Ergebnis: Die Gewichtsdifferenz zwischen lebendigem und toten Patienten betrug durchschnittlich 21 Gramm – zwischen 8 und 35 Gramm. MacDougall experimentierte auch mit Hunden, die er vergiftete und bei deren Sterben er keine Gewichtsabnahme messen konnte, woraus er folgerte, dass Hunde keine Seele besäßen. Spätere Experimente stellten MacDougalls Erkenntnisse in Frage, seine Studien gelten heute als unwissenschaftlich. Als Sinnbild für die Sehnsucht des Menschen, sich selbst zu erkennen und die Seele zu verstehen, sind MacDougalls 21 Gramm jedoch kulturell unsterblich geworden. →LESETIPP 4.48 PSYCHOSE: 21-Z weiterlesen