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DAS PROBLEM NICHT ERFÜLLTER VERTRÄGE

Vor der Premiere sprach Dramaturg Dirk Baumann mit dem Regisseur Carlos Manuel über das Stück und sein Interesse daran.

Herr Manuel, Sie inszenieren die Deutsche Erstaufführung von Roman Sikoras „Das Bekenntnis eines Masochisten“ – ein Titel, bei dem man Einiges erwartet. Worum geht es genau in dem Stück?

Das Stück dreht sich um Herrn M., der zu Beginn des Stückes keine Erfüllung seiner sexuellen Begierde findet. Nicht in einer Beziehung, nicht bei einer Domina, gar nicht. Um dieses Manko zu kompensieren, geht er in die Welt und sucht die Erniedrigung in der Verausgabung. Er beginnt in seiner unmittelbaren Arbeitsumgebung, einer Werbeagentur, und stellt dort die Hierarchien um. Anschließend erweitert er sein persönliches Arbeitspensum, nimmt fünf Jobs gleichzeitig an (in einer Bank, auf dem Bau, …) und erkennt dann die Möglichkeiten und Zusammenhänge mit der Politik: Er unterminiert die Gewerkschaft und sorgt dafür, dass die Arbeitnehmer von ihren Forderungen nach mehr Geld und Freizeit abrücken und stattdessen Verständnis für ihre Arbeitgeber aufbringen. „Menschlich sein“ und „Politik für die Menschen“ lauten die Credos. Außerdem vertritt er einen harten staatlichen Sparkurs. Seine Reise endet in einem global-politischen Wettbewerb, einer Olympiade der Humanressourcen und schließlich in seiner persönlichen Hölle. DAS PROBLEM NICHT ERFÜLLTER VERTRÄGE weiterlesen