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VOM STAUBFÄNGER ZUR WELTLITERATUR: MOBY DICK ODER DER WAL

von Marina Biermann

Als Hermann Melville im Jahr 1851 seinen Roman Moby Dick oder der Wal veröffentlichte, wurde sein Werk vom Publikum und den Kritikern verrissen. Melville, bekannt geworden durch seine ersten beiden Romane Taipi und Umu, konnte den Erwartungen nach einem weiteren romantischen Südseeabenteuer nicht gerecht werden. Heute hingegen zählt Moby Dick zur Weltliteratur und zu den Klassikern des englischsprachigen Realismus. Zunächst verstaubte das 900 Seiten starke Werk jedoch jahrelang in der Walkundeabteilung der Yale-Universität. In den 1920er wurde es wiederentdeckt und hat seitdem viel Beachtung gefunden. Entlang der Geschichte um den Ich-Erzähler Ismael entspannen sich kaleidoskopartig zahlreiche philosophische, wissenschaftliche, kunstgeschichtliche und mythologische Exkurse. Die Erzählung lebt außerdem von einer großen stilistischen Vielfalt, die sich von wissenschaftlichen Kapiteln, über dialogische Szenen bis hin zu inneren Monologen erstreckt. VOM STAUBFÄNGER ZUR WELTLITERATUR: MOBY DICK ODER DER WAL weiterlesen

DER LEVIATHAN DES THOMAS HOBBES

Herman Melville umschreibt den weißen Wal in seinem Roman mit der Metapher des Leviathan. Der Leviathan wird in der Bibel als Ungeheuer des Meeres beschrieben (u.a. Buch Hiob). Große Bekanntheit hat der Begriff Leviathan mit der gleichnamigen staatstheoretischen Hauptschrift von Thomas Hobbes von 1651 erlangt, der darin den Staat als Leviathan beschreibt und die Allmacht des Staates mit der Unbezwingbarkeit des biblischen Ungeheuers vergleicht. Hobbes stellt sich den Staat als einen riesigen, aus Einzelmenschen bestehenden Körper vor: DER LEVIATHAN DES THOMAS HOBBES weiterlesen