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KOMM IN MEINEN WIGWAM

Eine Pilgerreise in die wunderbare Welt der katholischen Aufklärungs- und Anstandsliteratur von Wenzel Storch

Heinrich Fischer

Kaplan Buffo, der älteste Kaplan des Bistums, unternimmt mit seinen kleinen Freunden eine Pilgerreise in die wunderbare Welt der christlichen Sexualmystik. Er führt sie auf eine blühende Wiese voll schwellender Stengel und nickender Kelche und macht sie – beim Mondschein am Lagerfeuer – mit dem „Wunderbau“ ihres Leibes vertraut. Gemeinsam vertieft man sich in die Klassiker der römisch-katholischen Sexliteratur, doch damit nicht genug: Unterwegs begegnet man Heuschrecken, Krokodilen und Ordensschwestern, und die Messbuben stoßen auf eine geheimnisvolle Filmdose, die aus den Geheimarchiven der Augsburger Puppenkiste stammt.

Jana Katharina Lawrence Nonnen: Dortmunder Sprechchor

Das Stück erinnert – mit einer Fülle von Originalzitaten – an die Blütezeit der katholischen Aufklärungs- und Anstandsliteratur. Im Mittelpunkt steht das Werk des Päpstlichen Ehrenprälat Berthold Lutz (1923 – 2013), der – heute längst vergessen – als Oswalt Kolle der katholischen Sexuallehre gelten darf. Lutz schuf unterhaltsame Coming-of-Age-Geschichten wie DIE LEUCHTENDE STRASSE und DAS HEIMLICHE KÖNIGREICH, daneben entstanden Benimm- und Trimm-Dich-Fibeln wie FRECHDACHS LERNT ANSTAND und PETER LEGT DIE LATTE HÖHER – Werke, die ihre kleinen Leser verzauberten und die Fachwelt begeisterten.

Bowling for Wenzel Storch

DAS GOTTVERDAMMT PRÄCHTIGE, UMWERFEND KOMISCHE, ELENDIGLICH POETISCHE GESAMTWERK DES WENZEL STORCH, schwärmt der Kritiker Georg Seeßlen in DIE ZEIT von Storchs einzigartigem anarchisch-surrealistischem Kosmos. Mit Filmen wie SOMMER DER LIEBE (1992) und DIE REISE INS GLÜCK (2004) gilt Storch vielen als der deutsche Terry Gilliam. Nun hat er für das Schauspiel Dortmund sein erstes Theaterstück geschrieben und inszeniert. Darin entführt er uns auf eine Reise in die wundersamen Abgründe der christlichen Sexualmystik und zitiert originalgetreu aus zahlreichen verträumten Aufklärungsbüchern voll unbewusster Ferkeleien, die in den 1950er und 60er Jahren Riesenauflagen erzielten, heute jedoch der Amtskirche höchst peinlich sind.

Blumen: Dortmunder Sprechchor

Freuen Sie sich auf Perlen der Sakro-Pop-Musik, von Pater Perne bis Angeloy, wobei auch Heino und die Kastelruther Spatzen nicht fehlen dürfen. Umrankt von üppig knospenden Gärten voll schwellender Stengel und Kelche. Freuen Sie sich auf tanzende Nonnen, fleißige Messdiener und einen weisen Kaplan, sowie auf einen längst als verschollen geglaubten römisch-katholischen Propagandafilm der Augsburger Puppenkiste.

AMERIKANISCHER TRAUM TRIFFT CHRISTLICHE SEXUALMYSTIK

Komm in meinen Wigwam – Eine Pilgerreise in die wunderbare Welt der katholischen Aufklärungs- und Anstandsliteratur von Wenzel Storch feiert parallel zu Tod eines Handlungsreisenden von Arthur Miller Premiere.

 

Komm in meinen Wigwam

Der Kult-Filmregisseur Wenzel Storch entführt uns auf eine Reise in die wundersamen Abgründe der christlichen Sexualmystik. In üppig knospenden Gärten voll schwellender Stengel und Kelche, umrankt von sakralen Tapeten beginnt ein feierliches Puppenspiel im Beichtstuhl – und auf einmal fällt der Startschuss für die Popel-Rallye zum Vatikan. Dazwischen lodern kunstvolle Super-8-Bilder aus einem römisch-katholischen Propagandafilm auf.

Im Mittelpunkt steht das Wirken des päpstlichen Ehrenprälaten Berthold Lutz (1923-2013), Autor zahlreicher verträumter Aufklärungsbücher mit Titeln wie Peter hängt die Latte höher oder Noch viel schöner, Ursula. Bizarre Bücher voll unbewusster Ferkeleien, die in den 1950er und 60er Jahren Riesenauflagen erzielten, heute jedoch der Amtskirche höchst peinlich sind. Untermalt werden die zu neuem Leben erweckten Geschichten mit musikalischen Perlen des Sakro-Pop von Pater Perne bis Kaplan Flury – und auch die Kastelruther Spatzen und Heino dürfen nicht fehlen.

Das gottverdammt prächtige, umwerfend komische, elendiglich poetische Gesamtwerk des Wenzel Storch!“, schwärmt der Kritiker Georg Seeßlen in Die Zeit von Storchs einzigartigem anarchisch-surrealistischem Kosmos. Mit seinen Filmen Der Glanz dieser Tage (1989), Sommer der Liebe (1992) und Die Reise ins Glück (2004), gilt Storch vielen als der deutsche Terry Gilliam. Nun schreibt er für das Schauspiel Dortmund sein erstes Theaterstück. Schon seine Kolumnen für die Zeitschrift konkret sowie seine Bücher Der Bulldozer Gottes und Das ist die Liebe der Prälaten entführen uns mit barocker Bilderflut in gar nicht allzu abseitige Themen unserer Zeit. Wenzel Storch ist eingetragen ins Goldene Buch des Bonifatiuswerkes sowie immerwährendes Mitglied im Pallottiner Messbund.

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Tod eines Handlungsreisenden

Arthur Millers weltberühmtes Familiendrama über Sehnsucht und zerplatzende Träume: Willy Loman ist Vertreter eines Textilienvertriebs. Mit Fleiß und Disziplin hat er sich und seiner Familie eine mittelständische Existenz aufgebaut. Doch mit den steigenden Anforderungen und ökonomischen Zwängen in der Firma und den Veränderungen in der eigenen Familie kann er irgendwann nicht mehr mithalten. Dass er für seinen Arbeitgeber mittlerweile wertlos geworden ist und seine beiden Söhne Biff und Happy längst erwachsen sind – ohne bislang viel zu Stande gebracht zu haben –, will Willy nicht wahrhaben: Denn Scheitern gibt es im Hause Loman nicht! Vergeblich versuchen der Herumtreiber Biff und der einfache Büroangestellte Happy, den Erwartungen ihres Vaters zu entsprechen. Mehr und mehr flüchtet sich Willy in seinen unerschütterlichen Glauben an Erfolg durch Leistung und in eine Vergangenheit voller Hoffnungen, in der der Traum eines besseren Lebens noch zum Greifen nah schien. In der Gegenwart jedoch drohen Schulden, die Familie endgültig zu erdrücken. Schließlich weiß Willy nur noch einen Ausweg …

Traum und Wirklichkeit, ein Leben zwischen großer Hoffnung und ernüchternder Realität – Arthur Millers 1949 mit dem Pulitzerpreis und dem Tony Award ausgezeichnetes Gesellschaftsdrama erzählt zwei Geschichten in einer: Das Scheitern eines Mannes an einer sich wandelnden Ökonomie und sein moralisches Versagen als Familienvater. Die Verfilmung Volker Schlöndorffs mit Dustin Hoffmann als Willy Loman und John Malkovich als sein Sohn Biff wurde mit insgesamt drei Emmys und einem Golden Globe ausgezeichnet.

Regie führt Liesbeth Coltof, Künstlerische Leiterin der Toneelmakerij in Amsterdam. Für zahlreiche ihrer Arbeiten wurde sie ausgezeichnet, zuletzt 2013 mit dem niederländischen Theaterpreis Gouden Krekel. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet sie auch im Nahen Osten, u. a. in Gaza, Hebron, Ramallah und Dschenin. Am Schauspiel Dortmund inszenierte sie bereits Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? und Wajdi Mouawads Verbrennungen.

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