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WÖRTERBUCH DER BORDERLINE PROZESSION


LANGFASSUNG

Beiträge von Dirk Baumann und Matthias Seier

Fotos von Birgit Hupfeld und Maximilian Steffan

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GLEICHZEITIGKEIT DES UNGLEICHZEITIGENEN

ist ein Begriff des Philosophen Ernst Bloch (1885-1977), der damit während der Endphase der Weimarer Republik erklären wollte, warum das Staatsgebilde immer mehr aus den Fugen schien: „Nicht alle sind im selben Jetzt da“, so sein Grundgedanke. „Sie sind es nur äußerlich, dadurch, dass sie heute zu sehen sind. Damit aber leben sie noch nicht mit den anderen zugleich. Sie tragen vielmehr Früheres mit, das mischt sich ein“, schreibt Bloch 1935 in „Erbschaft der Zeit“. Sowohl äußerst moderne wie auch erzkonservative Lebensstile, Handlungsweisen und Ideologien können laut Bloch zur gleichen Zeit parallel nebenher laufen und sich teils auch überschneiden – mit oftmals großem Konfliktpotenzial. Bloch bezog diese gleichzeitige Ungleichzeitigkeit auf den mangelnden allgemeinen Fortschritt. |→ANTHROPOZÄN →BLADE RUNNER | →GEGENWARTSSCHOCK | →DIGIPHRENIE | →RAY KURZWEIL | →TED KACZYINSKI | →WILLIAM SHAKESPEARE | →ZWEIFEL