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WÖRTERBUCH DER BORDERLINE PROZESSION


LANGFASSUNG

Beiträge von Dirk Baumann und Matthias Seier

Fotos von Birgit Hupfeld und Maximilian Steffan

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GEGENWARTSSCHOCK UND NARRATIONSKOLLAPS

In seinem Buch „PRESENT SHOCK: Wenn alles jetzt passiert”  (2013) zeichnet der amerikanische Medientheoretiker Douglas Rushkoff das Bild einer Epoche, in der der Mensch durch die globale Vernetzung Vorkommnissen in aller Welt gleichzeitig ausgesetzt ist, alles sieht – und doch nichts, mit menschlichen Synapsen in ständiger Überforderung. „Der Mikrochip gibt den Takt vor. Er ist zum Sinnbild für unseren verzweifelten Versuch geworden, mit uns selbst Schritt zu halten.“ Rushkoff beobachtet im „neuen Jetzt“ außerdem einen „Bedeutungsverlust von allem, was nicht gegenwärtig ist, weil der Ansturm von allem, was genau jetzt passiert, so gewaltig ist“. Das Gegenwärtige verschlucke das Vorherige – und damit auch die Zeit, die das menschliche Gehirn dazu brauchen würde, den Gegenwartsschock überhaupt zu bemerken oder gar zu reflektieren. Was bedeutet das für die menschliche Zeit und Narration? „Wie funktioniert Politik ohne Rückgriff auf die großen Erzählungen?“, wie lassen sich „Geschichten erzählen und Werte vermitteln“, wenn wir, überflutet vom permanenten Jetzt, „nicht mehr dazu kommen, einer linearen Handlung zu folgen?“ |→ANTHROPOZÄN | →ALGORITHMUSDATEN | →DIGIPHRENIE | →KAMERAS | →REVOLUTION | →WILLIAM SHAKESPEARE | →ZWEIFEL | →WEITERE STIMMEN