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VOM STAUBFÄNGER ZUR WELTLITERATUR: MOBY DICK ODER DER WAL

von Marina Biermann

Als Hermann Melville im Jahr 1851 seinen Roman Moby Dick oder der Wal veröffentlichte, wurde sein Werk vom Publikum und den Kritikern verrissen. Melville, bekannt geworden durch seine ersten beiden Romane Taipi und Umu, konnte den Erwartungen nach einem weiteren romantischen Südseeabenteuer nicht gerecht werden. Heute hingegen zählt Moby Dick zur Weltliteratur und zu den Klassikern des englischsprachigen Realismus. Zunächst verstaubte das 900 Seiten starke Werk jedoch jahrelang in der Walkundeabteilung der Yale-Universität. In den 1920er wurde es wiederentdeckt und hat seitdem viel Beachtung gefunden. Entlang der Geschichte um den Ich-Erzähler Ismael entspannen sich kaleidoskopartig zahlreiche philosophische, wissenschaftliche, kunstgeschichtliche und mythologische Exkurse. Die Erzählung lebt außerdem von einer großen stilistischen Vielfalt, die sich von wissenschaftlichen Kapiteln, über dialogische Szenen bis hin zu inneren Monologen erstreckt. VOM STAUBFÄNGER ZUR WELTLITERATUR: MOBY DICK ODER DER WAL weiterlesen

KAMPF GEGEN WINDMÜHLEN?

Wenn man Kapitän Ahabs Mission der Jagd nach dem weißen Wal Moby Dick bei Lichte betrachtet, drängen sich schnell Motivkomplexe auf: Rache, Wahn, Fanatismus – vielleicht ist es sogar eine Blaupause für terroristische Gruppen. Schaut man jedoch genauer, stellt sich die Frage, was hinter Ahabs Hass auf Moby Dick steht? Ist es nur der Rachegedanke – Auge um Auge, Zahn um Zahn? Aber warum will er Moby Dick dann gleich töten? Oder ist es der Wunsch nach Veränderung? Aber was kommt dann nach dem Tod des weißen Wals? Ist dann nicht sämtlicher Lebensinhalt des besessenen Kapitäns dahin? KAMPF GEGEN WINDMÜHLEN? weiterlesen