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ÜBERALL AMEISEN, NIRGENDS TERMITEN!

Das Probenjournal zu ELEKTRA. Erster Eintrag.

Die Probenzeit für Elektra ist gestartet. Das angedeutete Bühnenbild ist einfach, reduziert, weitläufig – Holzstreben, eine Leinwand, Papierbahnen, Schottersteine und Kies. Erste Videoaufnahmen auf der Leinwand: die verfremdete Umgebung, schwarze Erde, wehendes Geäst. Nach den Leseproben und vorgeschlagenen Kürzungen in der Textfassung beginnen jetzt die szenischen Proben auf der Neuen Probebühne im Schauspielhaus. Die Schauspieler lernen den Text und probieren die ersten Szenen des Stücks aus – den Prozess Klytaimnestras gegen Elektra. Elektras Zusammenleben mit ihrem neuen Gatten, dem Bauern. Sie, im Dreck hockend, fern von den gigantischen Stadtmauern, schwört Rache: „Zu lang hat dieser Staat keine Leichen gesehen.“ Der Chor meint, sie zu belehren: „Vom Jammern werden deine Haare weiß. / Jung bist du nur kurz / und schön.“ ÜBERALL AMEISEN, NIRGENDS TERMITEN! weiterlesen

„ELEKTRA IST DER PURE WIDERSTAND“

„ELEKTRA IST DER PURE WIDERSTAND“
FÜNF FRAGEN AN REGISSEUR PAOLO MAGELLI

Regisseur Paolo Magelli

Wer ist Elektra?

Elektra ist das Symbol der politischen Unzufriedenheit, die personifizierte, reine Revolte. Das Prinzip, dagegen zu sein. Ich glaube, man sollte eine für mich wichtige Sache dazu sagen. Aischylos hat mit seinen Stücken die Märchen entdeckt. Sophokles war ein General und hat diese Märchen in Geschichte umgewandelt. Euripides wiederum hat dann sowohl Märchen wie auch die Geschichte zerstört. Deshalb ist er vielleicht auch mein Lieblingsschriftsteller unter den drei großen antiken Dichtern. „ELEKTRA IST DER PURE WIDERSTAND“ weiterlesen