Schlagwort-Archive: Elektra

THE NOISE OF ELEKTRA II – LARRY MULLINS

 Bei ELEKTRA steht ein wahnsinniges Musik-Trio auf der Bühne. Larry Mullins, Geoffrey Burton und Paul Wallfisch liefern den Sound der zersplitterten Tragödie. Ob nun laut und lärmend, sanft oder grotesk – die drei Vollblutmusiker sind Meister ihres Fachs. Kurz vor der Generalprobe von ELEKTRA hat Matthias Seier bei den drei Mitgliedern aufgeschnappt, welche Musik sie privat hören. Womit wuchsen sie auf? Was hat sie beeinflusst? Wem schulden sie Dank? Den Anfang macht Drummer und Perkussionist LARRY MULLINS, bekannt durch seine Arbeit mit Iggy Pop und den Swans. THE NOISE OF ELEKTRA II – LARRY MULLINS weiterlesen

THE NOISE OF ELEKTRA I – PAUL WALLFISCH

 Bei ELEKTRA steht ein wahnsinniges Musik-Trio auf der Bühne. Larry Mullins, Geoffrey Burton und Paul Wallfisch liefern den Sound der zersplitterten Tragödie. Ob nun laut und lärmend, sanft oder grotesk – die drei Vollblutmusiker sind Meister ihres Fachs. Kurz vor der Generalprobe von ELEKTRA hat Matthias Seier bei den drei Mitgliedern aufgeschnappt, welche Musik sie privat hören. Womit wuchsen sie auf? Was hat sie beeinflusst? Wem schulden sie Dank? Den Anfang macht PAUL WALLFISCH. THE NOISE OF ELEKTRA I – PAUL WALLFISCH weiterlesen

ELEKTRA IST PUNKROCK

Am kommenden Samstag, 7. Februar 2015 feiert am Schauspiel Dortmund die Tragödie „Elektra“ von Alexander Kerlin Uraufführung – mit einer fantastisch besetzten Live-Band: Paul Wallfisch (u.a. Botanica) steht gemeinsam mit Drummer Larry Mullins (u.a. Iggy Pop and the Stooges, Swans) und Gitarrist Geoffrey Burton (u.a. Sophie Hunger und Iggy Pop) auf der Bühne. Matthias Seier hat mit Wallfisch, seit 2010 Musikalischer Leiter am Schauspiel, über den Abend gesprochen.

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PARIS, PEGIDA UND DIE ANGST

Wie das politische Klima in Europa einen Probenprozess verändert hat

Am 7. Februar feiert die Tragödie Elektra Uraufführung im Schauspielhaus. Der Dramaturg und Autor Alexander Kerlin hat in Zusammenarbeit mit Regisseur Paolo Magelli, dem Ensemble und Musiker Paul Wallfisch ein Stück geschrieben, das sich an dem antiken Vorbild von Euripides orientiert – und dabei einen eigenen Fokus setzt. Wir haben mit ihm über seine Arbeit gesprochen. PARIS, PEGIDA UND DIE ANGST weiterlesen

WEM GEHÖRT CHARLIE?

Sonntagabend, kurz vorm Dortmunder Tatort. Die Tagesschau läuft. Ein kleiner Bericht über die jährliche Kranzniederlegung am Grab Rosa Luxemburgs, eine Kamerafahrt über die Stele: „Die Toten mahnen uns.“ Ich schaue aus dem Fenster und sehe die großen, weißen Buchstaben des „JE SUIS CHARLIE“-Schriftzugs am Dortmunder U. Auch die Toten der fürchterlichen Terroranschläge in Paris mahnen uns. Scheint es. Doch jeder erhält anscheinend eine andere Ermahnung: die einen zur Wahrung der Meinungsfreiheit und Toleranz, die anderen zum erneuten lauten Nachdenken über Vorratsdatenspeicherung und verschärfte Grenzkontrollen. PEGIDA und Sympathisanten fühlen sich zur islamophoben, unbelehrbaren Hetze ermahnt. Und AfD-Politiker zum Wahlkampf.

Schon wenige Stunden nach den Anschlägen hatten sich Abertausende mit den Opfern solidarisiert, als wäre es ein Wettlauf. Sowohl die Organisatoren der PEGIDA- und HoGeSa-Demos wie auch die Organisatoren der Gegendemonstrationen ließen verlauten, sie seien Charlie. Die Opfer waren noch nicht bestattet und wurden schon für die unterschiedlichsten Zwecke vereinnahmt. Die überall spürbare Angst und Unruhe der letzten Tage fördert wieder einmal den Kampf um die Aussagekraft und Botschaft der Toten. Wer also bemächtigt sich ihrer? Wer bemächtigt sich der Vergangenheit und ihrer Erinnerung? Und wie?

„Du malst den Toten Sprechblasen auf die Grabsteine / die du mit deinen eigenen Gesetzestexten füllst.“ Das sagt Elektra zu ihrer Mutter, der Königin Klytaimnestra. Auf unseren Proben zur „Elektra“ (Premiere am 7. Februar) wird derzeit viel über Vergangenheit und Gegenwart geredet: über das nächtelange, fassungslose Lesen der PEGIDA-Facebookseiten, den aufflammenden Naziprotest gegen die Asylunterkunft in Eving, das Verschwimmen von linker und rechter Gesinnung. Über das diffuse Gefühl, dass gerade ziemlich viel vor die Hunde geht.

Aber Angst produziert keine gute Zukunft. Wir müssen Ängste anschaulich machen, damit sie bearbeitet werden können: Herzlich willkommen in der Erzählmaschine Schauspiel Dortmund. Es gibt noch Karten für die Elektra-Premiere. Gemeinsam gegen die Angst!

Das Sterntagebuch wurde am 14. Januar 2015 in den Ruhr Nachrichten veröffentlicht.

ÜBERALL AMEISEN, NIRGENDS TERMITEN!

Das Probenjournal zu ELEKTRA. Erster Eintrag.

Die Probenzeit für Elektra ist gestartet. Das angedeutete Bühnenbild ist einfach, reduziert, weitläufig – Holzstreben, eine Leinwand, Papierbahnen, Schottersteine und Kies. Erste Videoaufnahmen auf der Leinwand: die verfremdete Umgebung, schwarze Erde, wehendes Geäst. Nach den Leseproben und vorgeschlagenen Kürzungen in der Textfassung beginnen jetzt die szenischen Proben auf der Neuen Probebühne im Schauspielhaus. Die Schauspieler lernen den Text und probieren die ersten Szenen des Stücks aus – den Prozess Klytaimnestras gegen Elektra. Elektras Zusammenleben mit ihrem neuen Gatten, dem Bauern. Sie, im Dreck hockend, fern von den gigantischen Stadtmauern, schwört Rache: „Zu lang hat dieser Staat keine Leichen gesehen.“ Der Chor meint, sie zu belehren: „Vom Jammern werden deine Haare weiß. / Jung bist du nur kurz / und schön.“ ÜBERALL AMEISEN, NIRGENDS TERMITEN! weiterlesen

„ELEKTRA IST DER PURE WIDERSTAND“

„ELEKTRA IST DER PURE WIDERSTAND“
FÜNF FRAGEN AN REGISSEUR PAOLO MAGELLI

Regisseur Paolo Magelli

Wer ist Elektra?

Elektra ist das Symbol der politischen Unzufriedenheit, die personifizierte, reine Revolte. Das Prinzip, dagegen zu sein. Ich glaube, man sollte eine für mich wichtige Sache dazu sagen. Aischylos hat mit seinen Stücken die Märchen entdeckt. Sophokles war ein General und hat diese Märchen in Geschichte umgewandelt. Euripides wiederum hat dann sowohl Märchen wie auch die Geschichte zerstört. Deshalb ist er vielleicht auch mein Lieblingsschriftsteller unter den drei großen antiken Dichtern. „ELEKTRA IST DER PURE WIDERSTAND“ weiterlesen

DER SCHREIBTISCH DES DRAMATURGEN #1

+++ Elfriede Jelineks neues Stück DAS SCHWEIGENDE MÄDCHEN über NSU/Beate Zschäpe bestellt, ausgedruckt, gelesen (S. 1 bis 15 von 224), innerer Zustand dabei: ratlos, interessiert; muss man eigentlich laut lesen, um zu verstehen. Wissenslücken über NSU mit Hilfe von Wikipedia geschlossen +++ Einen wie gewohnt liebevoll gestalteten Brief (selbst gebasteler Umschlag) bekommen von dem Autor Paul M Waschkau, abgesendet aus ODESSA, Ukraine – darin u.a. die Botschaft: DIE FRAGE IST NICHT, WIE WEIT MAN GEHEN WILL. DIE FRAGE IST, BIN ICH IN DER LAGE SO WEIT ZU GEHEN, WIE MAN GEHEN MUSS +++ Haribo Matador Mix gekauft, zur Hälfte gegessen, die Lakritze finde ich zu süß und zu weich, konnte trotzdem nicht aufhören zu essen +++ Unter der Lakritze begraben, heute angekommen, ein Merve-Bändchen von Derrida und Kittler: „NIETZSCHE – Politik des Eigennamens“, wg. Ideen für meine „Elektra“. Wie mit dem Umstand umgehen, dass alle Figuren bei Euripides‘ „Elektra“ Namen haben, außer der Bauer und der Erzieher? +++ Rechts über der Tastatur: Leere Flasche Apfelsaftschorle vom gestrigen Treffen mit ARTE/ZDF Mann Dieter Schneider (Ist Pfand drauf) +++
Schreibtisch