DIE REISE NACH PETUSCHKI

Wenja, Alter Ego des Autors Wenedikt Jerofejew, ist auf dem Weg zum Moskauer Kursker Bahnhof, auf Gleis 4 fährt gleich der Zug nach Petuschki ab. Dort, in Petuschki, ist die Welt noch in Ordnung: Hier wohnen seine Geliebte und sein Sohn, und es „verblüht nie der Jasmin und verstummt nie der Vogelgesang.“ Das Paradies!

Die Reise nach Petuschki
Doch schon vor der Reise nimmt Wenja den ersten Schluck – und wird fortan nicht mehr mit dem Trinken aufhören. Verschiedenste Alkoholika rinnen seine Kehle hinunter, von Wodka bis Rosé, von Koriander-Schnaps bis zu so klangvollen Eigenkreationen wie „Tante Olgas Kuss“. Wenja ist schließlich ein Gourmet! Und je mehr er trinkt, desto gesprächiger wird er. Seine Erlebnisse werden immer diffuser und phantastischer, es ist die Vermessung des Deliriums: Eine verstümmelte Sphinx, die unlösbare Rätsel stellt, eine Horde Furien… Wenja wollte doch nur nach Petuschki fahren!
Und am Ende? Steht er plötzlich wieder in Moskau, vor dem Kreml, wo er auf vier merkwürdige Gestalten trifft. Aber wie ist er überhaupt hierhin gekommen?

Die Reise nach Petuschki
Der Autor Wenedikt Jerofejew ist 1938 als Sohn eines Bahnhofsvorstehers geboren. Seine Erzählung „Die Reise nach Petuschki“ (auch bekannt unter dem Titel „Moskau – Petuschki“), 1973 erstmals erschienen, ist voll von burlesken, satirischen Zügen, sie erschafft ein groteskes Bild der metaphysischen Atmosphäre des russischen Alkoholismus.
In der Sowjetunion lange Zeit verboten, hat das Buch inzwischen nicht nur in Russland Kultstatus, auch im Rest der Welt er- freut sich „Die Reise nach Petuschki“ großer Beliebtheit.

Über Dirk Baumann

Dirk Baumann ist seit der Spielzeit 2013/14 Dramaturg am Schauspiel Dortmund. Während des Studiums assistierte und hospitierte er u.a. am Burgtheater Wien, dem Theater an der Parkaue Berlin und am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er als Assistent und Dramaturg am Maxim Gorki Theater Berlin und der Komischen Oper Berlin, u.a. mit Armin Petras und Sebastian Baumgarten. Daneben entstanden in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Anja Gronau und der Theatergruppe PortFolio Inc. mehrere Inszenierungen und Stückentwicklungen am Berliner Theater unterm Dach, zuletzt "Untertan. Wir sind dein Volk". Es folgte ein Engagement als Regieassistent und Dramaturg am Deutschen Nationaltheater Weimar, hier entstand auch seine erste eigene Inszenierung "Kein Ort. Nirgends" nach Christa Wolf. In Dortmund arbeitet er u.a. regelmäßig mit den Regisseuren Claudia Bauer, Sascha Hawemann und Kay Voges zusammen. Außerdem initiierte er mit der Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak die Reihe "Herbstakademie" für Jugendliche von 14 bis 21 Jahren.

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