GLOBALE ÜBERWACHUNG/AUGEN

Derzeit wird nicht nur immer nachvollziehbarer, gläserner, was einer getan hat und tut, sondern auch immer kalkulierbarer, was einer vorhat, vor sich hat und tun wird. Über 79,1% der Deutschen sind 2014 online, 50% von ihnen immer und überall via Smartphone (ARD/ZDF-Onlinestudie 2014). Tendenz steigend. Das Internet der Dinge kommt, der gewöhnliche Alltag wird
in Zukunft noch einmal deutlich mehr Daten über alles Mögliche abwerfen: Zähne putzen, Musik hören, Energieverbrauch, Einkaufsverhalten, Autofahren, Krankengeschichte, Sexleben usw. Schätzungen zufolge verdoppelt sich derzeit alle zwei Jahre die Menge des weltweiten Datenvolumens. Die 14- bis 29-Jährigen verbringen inzwischen mehr Zeit im Netz als vor dem Fernseher. Glenn Greenwald, Autor von DIE GLOBALE ÜBERWACHUNG – DER FALL SNOWDEN, DIE AMERIKANISCHEN GEHEIMDIENSTE UND DIE FOLGEN, schreibt dazu: „Das Internet ist nicht nur unser Postamt und unser Telefon, sondern das Epizentrum unserer Welt – der Ort, wo sich praktisch das ganze Leben abspielt.“ Die Goldminen von heute sind die Datenberge. Kein Fahnder darf sie meiden. Es ist noch nicht lange her, dass in letzter Sekunde eine Zusammenarbeit von FACEBOOK und SCHUFA verhindert wurde. Mehr Daten bedeuten potentiell mehr Möglichkeiten, mit Hilfe von Algorithmen Wissen (Wissen ≠ Wahrheiten) über das zu produzieren, was war, ist und sein wird: Marktforschung, Marketing, Polizei, Wissenschaft, Energieversorgung, Telekommunikation, Geheimdienste, Industrie, Medizin schlagen Salti. Wissen lässt sich besser Bewirtschaften als Nicht-Wissen.

 

„Augen auf statt Finger drauf: Augen-Scanner fürs Galaxy S5 – Samsung hat bereits beim Galaxy S3 sowie beim S4 die Steuerung einiger Funktionen mittels Augenbewegung integriert. So erkennen die Geräte beispielsweise, wann der Nutzer auf das Display blickt und verhindern dann das Abschalten des Bildschirms. Mit dem Galaxy S4 kann sogar mittels Augenbewegung automatisch im Text gescrollt werden. Wie die Indiatimes berichtet, hat Samsung die Augensteuerung ausgebaut und bietet Nutzern mit dem AugenScan beim kommenden Galaxy S5 die Möglichkeit, das Gerät mit einem Blick auf das Display zu entsperren. Der Scan der Augen soll im Vergleich zum Finger­abdruck-Scan deutlich sicherer sein, da die Retina schwerer gefälscht werden kann.“ (Quelle: www.teltarif.de)

Über Alexander Kerlin

Alexander Kerlin ist seit 2010 Dramaturg und Autor am Schauspiel Dortmund. Er schreibt Kolumnen, Essays und Mash-Up Theaterstücke, so z.B. DAS GOLDENE ZEITALTER, DIE SHOW und DIE BORDERLINE PROZESSION (gemeinsam mit Kay Voges). 2015 organisierte er die Konferenz THEATER TRIFFT AKTION. Aus der Konferenz gingen zahlreiche Projekte zwischen Theater, Internet und Aktionskunst hervor, z.B. die "Spiegelbarrikade" mit Tools 4 Action sowie die Stückentwicklungen "Nach Manila" und "Flammende Köpfe" (beide 2017). Alexander Kerlin initiierte die Gesprächsreihe BLACKBOX. Seit 2011 Leitung des DORTMUNDER SPRECHCHORS und Regie bei Sprechchorstücken. Lehraufträge in den Studiengängen "Dramaturgie" und "Theaterwissenschaft" in Leipzig, Bochum und Frankfurt. 2014 zeichnete ihn das Land NRW für seine Arbeit mit dem Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler in der Sparte Theater aus.

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