ZUM STÜCK

Bilder von Schlepperbooten oder verzweifelten Menschen auf Landrouten, in Zügen, LKWs oder zu Fuß, Nachrichten aus überfüllten Unterkünften bis hin zu Katastrophenmeldungen oder fremdenfeindlichen Übergriffen. Der Themenkomplex Flucht ist omnipräsentes Thema in den Nachrichten und im Netz. In Politik und Gesellschaft wird um Umgang, Hilfe und Anerkennung gestritten und debattiert, ohne eine Einigung zu erzielen – sowohl auf lokaler als auch auf multinationaler, europäischer Ebene.

Doch im Bereich des globalen Handels mit Waren sieht das ganz anders aus: Dank CETA, TTIP und anderen Handelsabkommen können bzw. sollen Waren anscheinend immer leichter rund um die Welt zirkulieren. Und während der internationale Warenverkehr grenzenlos zu funktionieren scheint und Produkte spielend leicht nach Deutschland, in Läden und Kaufhäuser und damit in unser Leben gelangen, bleiben die Maschen der Grenzzäune für Menschen ungleich dichter. Was also im Handel erfolgreich war und ist – ein multinationaler Dialog, der die Bewegungsfreiheit von Waren auf dem globalisierten Marktplatz ‚Welt‘ sichert – will bei einem das unmittelbare (Über-)Leben von Menschen betreffenden Komplex nicht gelingen. Ist die Wirtschaft also das eine, Flüchtlingspolitik das andere?

Wo bestehen Zusammenhänge zwischen beiden globalen Phänomenen – sichtbar oder unsichtbar? Wie kommt die uns umgebende glitzernde Warenwelt zustande, was ist ihre Rückseite, was ihr Preis? Und wie positionieren wir uns dazu im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Aufbruch und einem immer lauter werdenden Wunsch nach Ausbruch?

Kommen Sie mit auf eine theatrale Grenzerfahrung!

Über Dirk Baumann

Dirk Baumann ist seit der Spielzeit 2013/14 Dramaturg am Schauspiel Dortmund. Während des Studiums assistierte und hospitierte er u.a. am Burgtheater Wien, dem Theater an der Parkaue Berlin und am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er als Assistent und Dramaturg am Maxim Gorki Theater Berlin und der Komischen Oper Berlin, u.a. mit Armin Petras und Sebastian Baumgarten. Daneben entstanden in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Anja Gronau und der Theatergruppe PortFolio Inc. mehrere Inszenierungen und Stückentwicklungen am Berliner Theater unterm Dach, zuletzt "Untertan. Wir sind dein Volk". Es folgte ein Engagement als Regieassistent und Dramaturg am Deutschen Nationaltheater Weimar, hier entstand auch seine erste eigene Inszenierung "Kein Ort. Nirgends" nach Christa Wolf. In Dortmund arbeitet er u.a. regelmäßig mit den Regisseuren Claudia Bauer, Sascha Hawemann und Kay Voges zusammen. Außerdem initiierte er mit der Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak die Reihe "Herbstakademie" für Jugendliche von 14 bis 21 Jahren.

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