DIE HOCHZEIT ZU KANA

„Die Hochzeit zu Kana“ ist eine Wundergeschichte aus dem Evangelium des Johannes und zugleich der Titel eines Gemäldes des italienischen Malers Paolo Caliari, genannt Veronese, aus dem Jahr 1563.

Das Johannes-Evengelium berichtet von Jesus, der in Begleitung seiner Jünger und seiner Mutter Maria Gast einer Hochzeitsfeier ist. Als der Wein zur Neige geht, fordert Maria ihren Sohn auf zu helfen. Der weist die Diener an, zur Reinigung bestimmte Wasserkrüge mit Wasser zu füllen. Als der erste davon kostet, ist es zu Wein geworden. Die „Wundererzählung“ dient als Zeichen, mit dem Jesus als Sohn Gottes und Messias gekennzeichnet wird.

„Am dritten Tag wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert. Die Mutter von Jesus war dabei, und auch Jesus war mit seinen Jüngern dazu eingeladen. Als der Weinvorrat zu Ende war, sagte seine Mutter zu ihm: »Sie haben keinen Wein mehr!« Jesus erwiderte ihr: »Frau, das ist meine Sache, nicht deine! Meine Stunde ist noch nicht gekommen.« Da wandte sich seine Mutter an die Diener und sagte: »Tut alles, was er euch befiehlt!« Im Haus standen sechs Wasserkrüge aus Stein, von denen jeder etwa hundert Liter fasste. Man brauchte sie wegen der Reinigung, die das Gesetz vorschreibt. Jesus sagte zu den Dienern: »Füllt diese Krüge mit Wasser!« Sie füllten sie bis an den Rand. Dann befahl er ihnen: »Jetzt nehmt eine Probe davon und bringt sie dem Mann, der für das Festessen verantwortlich ist.« Sie brachten ihm eine Probe, und er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher dieser Wein kam; nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam zu sich und sagte: »Jeder bringt doch zuerst den guten Wein auf den Tisch, und wenn die Gäste schon reichlich getrunken haben, folgt der schlechtere. Aber du hast den guten Wein bis zuletzt aufgehoben!« So vollbrachte Jesus in Kana in Galiläa sein erstes Wunderzeichen und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger kamen zum Glauben an ihn.“

Johannes 2, 1-11, Gute Nachricht Bibel

Das Gemälde Veroneses beruht auf dem Motiv der biblischen Geschichte, geht jedoch darüber hinaus: Jesus befindet sich im Zentrum eines opulenten Festmahls, Maria und seine Jünger sitzen an seiner Seite. Daneben sind zahlreiche weitere Menschen abgebildet: Gäste, Musiker und auch Bedienstete. Das Fest findet im Freien in einer von Säulen geprägten, antik anmutenden Stadtlandschaft statt, die von einem frei stehenden Glockenturm überragt ist – ein Verweis auf die Architekturideale der Entstehungszeit. Aufgrund seines Detailreichtums und der hohen Anzahl abgebildeter Personen erinnert das Gemälde an ein heutiges sogenanntes „Wimmelbild“.

Ursprünglich wurde das Gemälde für den Speisesaal eines venezianischen Klosters gefertigt. Ende des 18. Jahrhunderts gelangte es nach Frankreich. Das mit einer Abmessung von 9,94 x 6,77 Metern sehr große Gemälde hängt heute im Pariser Louvre.

Über Dirk Baumann

Dirk Baumann ist seit der Spielzeit 2013/14 Dramaturg am Schauspiel Dortmund. Während des Studiums assistierte und hospitierte er u.a. am Burgtheater Wien, dem Theater an der Parkaue Berlin und am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er als Assistent und Dramaturg am Maxim Gorki Theater Berlin und der Komischen Oper Berlin, u.a. mit Armin Petras und Sebastian Baumgarten. Daneben entstanden in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Anja Gronau und der Theatergruppe PortFolio Inc. mehrere Inszenierungen und Stückentwicklungen am Berliner Theater unterm Dach, zuletzt "Untertan. Wir sind dein Volk". Es folgte ein Engagement als Regieassistent und Dramaturg am Deutschen Nationaltheater Weimar, hier entstand auch seine erste eigene Inszenierung "Kein Ort. Nirgends" nach Christa Wolf. In Dortmund arbeitet er u.a. regelmäßig mit den Regisseuren Claudia Bauer, Sascha Hawemann und Kay Voges zusammen. Außerdem initiierte er mit der Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak die Reihe "Herbstakademie" für Jugendliche von 14 bis 21 Jahren.

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