DIE BORDERLINE-STUDENTEN IM PORTRAIT (III)

Bei der nächsten, großen Premiere im Megastore, der BORDERLINE PROZESSION, spielen neben fast dem gesamten Schauspiel-Ensemble und Raafat Daboul zusätzlich neun weitere Schauspieler mit: sie sind Schauspielschüler der Essener Folkwang Universität der Künste.

Vor der Premiere am 15. April wollten wir ihnen die Gelegenheit geben, sich beim Dortmunder Publikum vorzustellen. Hier nun als Abschluss der Reihe: Lorenz Nolting, Amelie Barth und Nils Kretschmer.


lorenz_nolting_4330LORENZ NOLTING

ALTER 23 | GEBURTSORT Berlin | BISHERIGE THEATERENGAGEMENTS Wichtig war auf jeden Fall die Zeit bei p14 an der Volksbühne und meine Arbeiten für das CheersForFears-Festival im Ringlokschuppen und am FWT Köln.

Etwas, was dir viel bedeutet? Bitches Brew von Miles Davis.

Wie bist du zum Schauspielen gekommen? Ich wollte den Spaß haben, den Ewan McGregor in Trainspotting hatte. Und den Nicht-Spaß von William H. Macy in Fargo.

Wie empfindest du den Probenprozess zur Borderline Prozession? Ich bin sehr dankbar dafür, mit so aufmerksamen und konzentrierten Leuten zusammenarbeiten zu dürfen. Und das ist, glaube ich, auch das Wichtigste beim Spielen: Aufmerksamkeit und Konzentration, nach innen und nach außen.

Kannst du die Borderline Prozession und deinen Anteil daran in wenigen Worten beschreiben? Heute hier, morgen dort.


©Eva-MarleneEtzel_Amelie1 (2)AMELIE BARTH ALTER 22 | GEBURTSORT Herrenberg, aufgewachsen in München | BISHERIGE THEATERENGAGEMENTS JTG am Gärtnerplatztheater München (2009-11), Pagin in Drei Männer im Schnee, Annina in Der Impresario von Smyrna (beides Schauspielhaus Bochum).

Etwas, was dir viel bedeutet? Patti Smith, Godmother of Punk.

Wie bist du zum Schauspielen gekommen?  Romantisches Erwachen als 12-jähriges Mädchen: die böse Stiefschwester in der Kinderoper Cinderella. Sie hatte blaues Haar. Nach dem Abitur sportliches Vorsprechen an den staatlichen Schauspielschulen der Bundesrepublik und jetzt geht es immer weiter-

Wie empfindest du den Probenprozess zur Borderline Prozession? Wir erzählen Geschichten des Menschseins und bedienen uns in Himmel und Hölle. Wir prozessieren, forschen, fallen tief hinein und schweben hoch hinaus. Und alles hat seine Zeit –

Kannst du die Borderline Prozession und deinen Anteil daran in wenigen Worten beschreiben? Die Braut ohne Bräutigam ist pure Sehnsucht. Endlich bin ich Cinderella!


NILS KRETSCHMER ALTER 24 | GEBURTSORT Kempen | BISHERIGE THEATERENGAGEMENTS Armada Theater “Dann weißt du was dir gehört”; Schauspielhaus Bochum “Impresario von Smyrna” (Conte Lasca)

Etwas, was dir viel bedeutet? Tim Burtons Big Fish.

Wie bist du zum Schauspielen gekommen? Ich habe nie groß drüber nachgedacht. Und vielleicht ist das auch besser so, sonst wäre ich wohl noch ganz wo anders gelandet. Aber wie es halt so ist, eins folgt dem anderen und ehe man sich versieht…schwups.

Wie empfindest du den Probenprozess zur Borderline ProzessionSehr aufregend, und sehr intensiv. Wir haben ein unglaubliches Bühnenbild, das einen hervorragenden Spielplatz bietet, mit zahlreichen kleinen Orten, die es zu beleben gilt. Für mich ist es die Langsamkeit der Geschehnisse, der meditative Charakter, der das Spiel so intensiv werden lässt und hohe Konzentration fordert. Am Ende eines Tages bin ich ganz schön ausgelaugt, obwohl ich mich im Vergleich zu manch anderem Theaterabend recht “wenig” bewegt habe. Aushalten, Präsenz, Konzentration sind so ein paar Stichworte, die mir da durch den Kopf schwirren.

Kannst du die Borderline Prozession und deinen Anteil daran in wenigen Worten beschreiben? Ein Versuch, auf die Facetten unseres Seins zu blicken, mit all der Gleichzeitigkeit und Vielseitigkeit. Die vielen kleinen Geschichten, die im Ganzen vielleicht eine ganz andere Geschichte erzählen. Und je nach Perspektive und selektiver Wahrnehmung eine noch ganz andere Geschichte.

Über Matthias Seier

Matthias Seier wurde 1993 im Münsterland geboren. Er studierte Kultur- und Literaturwissenschaften sowie Soziologie in Dortmund und Athen. Seit der Spielzeit 2014/2015 ist er Dramaturgieassistent und betreut die Social Media-Kanäle des Schauspiels. Assistenzen u.a. bei "Das Goldene Zeitalter" (2013, Regie: Kay Voges), "Szenen einer Ehe" (2014, Regie: Claudia Bauer), "Elektra" (2015, Regie: Paolo Magelli) und "hell / ein Augenblick" (2017, Regie: Kay Voges). Seine erste Produktionsdramaturgie "Heimliche Helden" (Regie: Julia Schubert) feierte im Oktober 2016 Premiere. Gemeinsam mit Anne-Kathrin Schulz übertrug er das Stück "TRUMP" von Mike Daisey aus dem Englischen ins Deutsche. Das Internetportal nachtkritik.de ehrte ihn 2016 mit der Auszeichnung "Goldener Hashtag" für den besten Tweet des Jahres in der Kategorie "Visionär".

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