POESIE DES WIDERSTANDS: MEGAFONCHOR

„Ich habe Lust, sie wahnsinnig zu nerven – obwohl ich eigentlich gar nicht der Typ dafür bin.“

 

 

Im Frühjar 2014 wurden in Sankt Pauli in Hamburg die Esso-Häuser abgerissen. Ein Hauskomplex mit viel Wohnraum und einer als Dorfplatz genutzten Esso-Tankstelle. Im Vorfeld des Abrisses formierte sich eine große Protestbewegung, die für den Erhalt der Esso-Häuser und gegen Gentrifizierung kämpfte. Silvi Kretzschmar, Choreographin und Künstlerin an der Schnittstelle von Performance und politischer Aktion, Mitglied des Schwabinggrad Ballets, sammelte in dieser Zeit Interviews und Statements der Bewohner_innen des Kiezes und schrieb daraus eine kollektive Rede. Diese Rede wurde von 10 Frauen mit Megafonen als Schwarm vorgetragen, mal während einer Demonstration, als Straßentheater oder im Nachruf „Esso Häuser Echo“ auf Kampnagel auf einer Theaterbühne. Es ist eine Mischung aus Textfragmenten, welche nicht nur inhaltlich sondern auch musikalisch arrangiert sind, Choreographie und dem Formulieren politischer Inhalte, inklusice Zögern und Unsicherheiten, die entstehen, wenn auf einmal ein großes Publikum zuschaut.

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