DIGIPHRENIE

Da wir den →GEGENWARTSSCHOCK um uns herum kaum mehr merken können, leben wir laut dem amerikanischen Medientheoretiker Douglas Rushkoff im Zeitalter der sog. Digiphrenie – der Diskrepanz zwischen der Scheingegenwart, die uns ein „digitales Dauerbombardement“ erleben ließe, und dem realen Jetzt des „echten lebenden Menschen“. Unser Verhältnis zu Raum und Zeit sei ebenso kollabiert wie unser Verhältnis zur Narration: Befinde ich mich gerade beim Frühstück oder doch eher via Facebook im Urlaub meiner besten Freunde? Sitzt mein Ich in der Bar oder in der Twitter-Timeline? Wie geht ein Soldat damit um, per Fernsteuerung mit Drohnen Menschen in Afghanistan zu töten, und kurz darauf in den USA mit seiner Familie Abend zu essen? Das uralte Gleichgewicht zwischen chronos, der echten Uhrzeit, und kairos, unserem inneren Zeitgefühl, ist gefährdet – ein Aspekt der Zeit, die aus den Fugen ist. →ONLINE | →TRANSHUMANISMUS | →ZWEIFEL