Archiv der Kategorie: T-Z

WHISTLEBLOWER

Zwei der bekanntesten Whistleblower der letzten Jahre sind Edward Snowden (*1983) und Chelsea Manning   (*1987 als Bradley Manning). Zu denen von Manning an Julian Assanges Internetplatform Wikileaks weitergegebenen Geheimdaten zählen neben Botschaftsdepeschen auch die Videoaufnahmen des Beschusses irakischer Zivilisten und Journalisten durch einen amerikanischen Kampfhubschrauber 2007 →COLLATERAL MURDER-VIDEO. Manning wurde verhaftet, nachdem sie sich in einem Chat Adrian Lamo (der 2002 in das Netzwerk der New York Times eingedrungen war) anvertraut, und dieser die Behörden informierte hatte. Nach ihrer Verhaftung wurde die  ehemalige Soldatin Manning mehrere Monate speziellen Haftbedingungen (u.a. Schlafentzug) unterzogen, was von vielen Juristen als verfassungswidrig eingestuft wurde. Kritiker warfen den amerikanischen Behörden Folter vor.

Derzeit sitzt Manning eine 35jährige Haftstrafe ab und wurde 2011, 2012 und 2013 für den Friedensnobelpreis nominiert. Für diesen wurde auch Ex-Spion Snowden 2014 vorgeschlagen, durch den die Welt vom Ausmaß der weltweiten geheimdienstlichen Überwachungspraktiken erfahren hatte. 2007 waren Snowden erstmals Zweifel an seiner Arbeit gekommen, er erkannte, dass eine Architektur der Unterdrückung aufgebaut wurde. Im Moskauer Asyl sagte er in einem Interview mit Glenn Greenwald: „Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich tue und sage, aufgezeichnet wird.“ | →ALGORITHMUS KEITH ALEXANDER | →LAURA POITRAS | →ONLINE | →PANOPTISMUS | →POST-PANOPTICON | →PROMETHEUS | →REGIZID | →REVOLUTION | →ÜBERWACHUNG | →WILLIAM SHAKESPEARE | →ZWEIFEL

VIDEOART

Lars Ullrich und Daniel Hengst haben in der Programmiersprache →MAX/MSP für „Hamlet“ eine Echtzeit-Videoumgebung entwickelt, die den Live-Schnitt und die Echtzeit-Verarbeitung und -Ergänzung der aus dem Bühnenraum per Live-Kamera gesendeten Daten ermöglicht. Daniel Hengst kann so während der Vorstellungen live die „Hamlet“-Bildwelten generieren – die so entstehenden Videokompositionen können aus bis zu 1000 Plains bestehen, die geometrisch sowohl geordnete als auch ungeordnete, fraktale Strukturen annehmen können. | →DATEN |→KAMERAS | →POST-PANOPTISMUS | →PANOPTICON | →ZWEIFEL

WILLIAM SHAKESPEARE

Die Komödien und Tragödien des englische Dramatikers William Shakespeare (1564 – 1616) gehören ohne Zweifel zu den berühmtesten Dramen der Welt. „Hamlet“, das auf eine mittelalterliche nordische Erzählung um den jungen Amlet zurückgeht, wurde in der heute vorliegenden Fassung spätestens zwischen Februar 1601 und Sommer 1602 von Shakespeare fertiggestellt. | →DIE MAUSEFALLEGEGENWARTSSCHOCK | →GLEICHZEITIGKEIT DES UNGLEICHZEITIGEN MICHEL FOUCAULT | →PANOPTICON | →PANOPTISMUSREVOLUTION | →REGIZID | →ÜBERWACHUNG | →WHISTLEBLOWER | →ZWEIFEL

WERTHER

Hauptfigur aus →GOETHES berühmtem Briefroman von 1774, die sich von der Idylle der Natur und der Natürlichkeit eines Mädchens zu einer Serie herzzerreißender Beschreibungsversuche unwiederhol- und zu Werthers Leidwesen undarstellbarer Augenblicke verleiten lässt | →KOPIE | →ORIGINAL.

WIEDERHOLUNGSZWANG

Von Sigmund Freud erstmals ausbuchstabierte und später von Jaques Lacan auch „Automaton“ genannte gespenstische menschliche Eigenart, Schmerz auslösende Gedanken, Handlungen, Träume oder Szenen immer und immer wieder zu wiederholen – z.B. im Konflikt-, Konsum- oder Suchtverhalten sowie bei der Partnerwahl.

ZEIT

Jenseits der Frage, ob sie nun an sich existiert oder nur ein Produkt unseres vergänglichen irdischen Bewusstseins ist (die Philosophen haben sich darüber die Köppe eingehauen), muss man doch vermuten, dass ihr Empfinden körperlich bedingt ist: Einer Raupe etwa wird unser →ALLTAG vorkommen wie ein Film in 64facher Geschwindigkeit.