Alle Beiträge von Maren Becker

LET´S MOBILIZE!

Die Tagung ist beendet. Drei Tage voller interessanter Gespräche, Diskussionen, Bier, Sauna, Theater und Party.

45 Wissenschaftler_innen, Aktivist_innen, Schauspieler_innen, Journalist_innen, Künstler_innen und Kurator_innen waren 3 Tage lang zusammen, und nicht nur die Sauna hat die Köpfe zum Rauchen gebracht, sondern auch viele Fragen, die sich im Zusammenhang mit Theater und Aktion stellten: Was hat Theater überhaupt mit Aktion zu tun? Was können beide Bereiche voneinander lernen? Welche Rolle spielt eigentlich das Publikum? Was verändert sich, wenn der Rahmen einer Aktion eine Theaterbühne ist, im Gegensatz zu einer medialen Bühne oder einfach der Straße? Wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Diskurse und was vereint sie? LET´S MOBILIZE! weiterlesen

POESIE DES WIDERSTANDS: MEGAFONCHOR

„Ich habe Lust, sie wahnsinnig zu nerven – obwohl ich eigentlich gar nicht der Typ dafür bin.“

 

 

Im Frühjar 2014 wurden in Sankt Pauli in Hamburg die Esso-Häuser abgerissen. Ein Hauskomplex mit viel Wohnraum und einer als Dorfplatz genutzten Esso-Tankstelle. Im Vorfeld des Abrisses formierte sich eine große Protestbewegung, die für den Erhalt der Esso-Häuser und gegen Gentrifizierung kämpfte. Silvi Kretzschmar, Choreographin und Künstlerin an der Schnittstelle von Performance und politischer Aktion, Mitglied des Schwabinggrad Ballets, sammelte in dieser Zeit Interviews und Statements der Bewohner_innen des Kiezes und schrieb daraus eine kollektive Rede. Diese Rede wurde von 10 Frauen mit Megafonen als Schwarm vorgetragen, mal während einer Demonstration, als Straßentheater oder im Nachruf „Esso Häuser Echo“ auf Kampnagel auf einer Theaterbühne. Es ist eine Mischung aus Textfragmenten, welche nicht nur inhaltlich sondern auch musikalisch arrangiert sind, Choreographie und dem Formulieren politischer Inhalte, inklusice Zögern und Unsicherheiten, die entstehen, wenn auf einmal ein großes Publikum zuschaut.

+++ BREAKING NEWS: THEATER IST GAR NICHT PER SE EMANZIPATORISCH +++

Sogar im Gegenteil: Theater reproduziert hegemoniale Machtstrukturen und Hierarchien. Selbst Theateransätze, welche sich im Kern als politisch begreifen und zum Ziel haben, das Publikum zu aktivieren und die Revolution weiter zu treiben, basieren auf Machtverhältnissen und Hierarchien. +++ BREAKING NEWS: THEATER IST GAR NICHT PER SE EMANZIPATORISCH +++ weiterlesen

AUFRUF ZUR UN-HIPNESS: SEID NICHT SEXY, SEID POLITISCH!

Im Sammelband „Subversionen – Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart“ werden verschiedene Aspekte von Subversion beleuchtet, von allgemeineren Betrachtungen über die einzelnen Kunstsparten hin zu einem Abschlussgespräch der Beteiligten. Der Aufsatz „Für eine Subversion der Subversion“ von Martin Doll ist gleich in mehrfacher Hinsicht spannend: Er stellt den Begriff der „Subversion“ mit seiner positiven Konnotation radikal in Frage, und das mithilfe vieler alter Bekannter: es finden sich Foucault und sein Machtbegriff, die Frage nach der Möglichkeit von Kritik im globalen Kapitalismus mit Boltanski und Chiapello, Subversion in Form von Kommunikationsguerilla wie im „Handbuch für Kommunikationsguerilla“ bis hin zu Rancières neuer politischer Philosophie und seiner Gleichheit der Intelligenzen. AUFRUF ZUR UN-HIPNESS: SEID NICHT SEXY, SEID POLITISCH! weiterlesen

WISSEN SCHAFFT AKTION(S)KUNST

2015-10-26 18.14.17

 

Die Tagung „Theater trifft Aktion“ rückt näher. In weniger als zwei Wochen ist es soweit. Wir vergraben uns in Büchern mit Theorien, YouTube-Videos von Aktionen und Kunstprojekten, Internet-Plattformen, welche die Bühnen der modernen Subversion bilden, um das alles in den nächsten Tagen hier mit Euch zu teilen. Eine einmalige Chance: Wir, Emel und Maren, zwei Studierende der Szenischen Forschung (Bochum) und der Inszenierung der Künste und der Medien (Hildesheim), sichten, interpretieren, kuratieren und übersetzen für alle diejenigen, die gerade keine Zeit dafür haben. Total wissenschaftlich, total subjektiv, total subversiv.