Alle Beiträge von Dirk Baumann

Über Dirk Baumann

Dirk Baumann ist seit der Spielzeit 2013/14 Dramaturg am Schauspiel Dortmund. Während des Studiums assistierte und hospitierte er u.a. am Burgtheater Wien, dem Theater an der Parkaue Berlin und am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er als Assistent und Dramaturg am Maxim Gorki Theater Berlin und der Komischen Oper Berlin, u.a. mit Armin Petras und Sebastian Baumgarten. Daneben entstanden in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Anja Gronau und der Theatergruppe PortFolio Inc. mehrere Inszenierungen und Stückentwicklungen am Berliner Theater unterm Dach, zuletzt "Untertan. Wir sind dein Volk". Es folgte ein Engagement als Regieassistent und Dramaturg am Deutschen Nationaltheater Weimar, hier entstand auch seine erste eigene Inszenierung "Kein Ort. Nirgends" nach Christa Wolf. In Dortmund arbeitet er u.a. regelmäßig mit den Regisseuren Claudia Bauer, Sascha Hawemann und Kay Voges zusammen. Außerdem initiierte er mit der Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak die Reihe "Herbstakademie" für Jugendliche von 14 bis 21 Jahren.

NEU IM ENSEMBLE: CHRISTIAN FREUND

„Sich fühlbar einbringen in die Konstruktion einer Stadt“

Neu im Ensemble: Christian Freund

Unsere Ensemble-Neuzugänge im Interview


Zu Beginn der Saison 2017/18 gibt es neue Gesichter am Schauspiel Dortmund zu entdecken: Die Schauspieler Alexandra Sinelnikova und Christian Freund kommen neu ins Ensemble. Beide sind Absolventen der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig und waren zuletzt zwei Jahre am Schauspielstudio in Dresden. Hier im Blog stellen wir Alexandra und Christian mit Interviews vor – nach dem Interview mit Alexandra nun Christian Freund.
Christian Freund wurde 1990 in Lüdenscheid geboren. Nach dem Abitur studierte er in Bochum Physik, Erziehungswissenschaften und Germanistik. Während des Studiums spielte er am Schauspielhaus Bochum und am Rottstraße 5 Theater Bochum, wo er zusätzlich als Licht- und Tontechniker arbeitete. 2013 begann er sein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Seit der Spielzeit 2015/16 war er Mitglied des Schauspielstudios Dresden am Staatsschauspiel Dresden. Die Wiedervereinigung der beiden Koreas war seine erste Arbeit am Schauspiel Dortmund.

Du bist im Sauerland geboren, hast in Herne und Bochum gewohnt, bevor es Dich nach Leipzig zum Studium verschlagen hat. Nach Leipzig und Dresden jetzt also Dortmund – freust du dich wieder in deiner Heimat angekommen zu sein? Gibt es etwas, auf das du dich besonders freust? Ich hab hier viele Freunde und kenn mich aus, meine Familie wohnt hier. Da ist es schon schön wieder zurückzukommen. In manchen Momenten aber auch absurd, weil es mich beeindruckt, wie viele Erinnerungen für mich an diesen Orten hier hängen und weil ich jetzt vier Jahre lang weg war, in denen ich immer neue Orte kennengelernt habe. Und plötzlich sind da wieder die alten Orte, und das hat sich kurz wie ein Rückschritt angefühlt, in eine Vergangenheit, die aber halt auch die Zukunft ist. Als ich das begriffen hab, so im Februar, da hab ich mich sehr gefreut, wieder hier zu sein. Ich freue mich in Dortmund zu sein, weil ich die Stadt noch nicht so gut kenne wie zum Beispiel das Sauerland, wo ich auch groß geworden bin, oder Herne oder Bochum, wo ich fünf Jahre gewohnt hab. Das ist schön, in der Heimat Neues zu entdecken.

Was war deine Reaktion als du gehört hast: Die Dortmunder, die wollen mich? Das war ein sehr verrückter Moment: Es war der 12.12., abends um halb 10. Ich war in Bochum mit zwei Freunden aus meinem Jahrgang, die im Studio in Halle waren und am selben Tag auch in Dortmund vorgesprochen hatten, und dann kam dieser Anruf und ich war zuerst völlig sprachlos. Dortmund war das Theater, wo ich am liebsten hinwollte, und ich bin auf der einen Seite innerlich explodiert und auf der anderen Seite wusste ich nicht, wie ich das meinen Freunden sagen sollte, weil die auch gerne nach Dortmund gegangen wären. Und dann hab ich leise gesagt: „Ich muss euch was sagen. Dortmund hat mich gerade angerufen, die wollen mich.“ Erst haben die beiden es gar nicht realisiert und dann war es eine ganz absurde Stimmung, sie haben mich umarmt und gesagt, dass es sie sehr freut. Und das habe ich ihnen geglaubt und ich glaube auch, dass ich geweint habe, und dann hab ich erstmal ne Runde ausgegeben. Und am nächsten Tag sicherheitshalber nochmal im Schauspiel Dortmund angerufen und gefragt, ob das denn auch wirklich stimmt oder ob ich mir das nur eingebildet habe – und seitdem habe ich irgendwie dieses Glucksen im Bauch.

Christian Freund (mittig) in „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ (Foto: Birgit Hupfeld)

Du warst zuletzt zwei Jahre als Schauspielstudent am Schauspielstudio Dresden – was hat es damit auf sich, was hast Du da gemacht und gelernt? Zwei Jahre verbringt man in Leipzig, sozusagen die Grundausbildung: Sprechen, Singen, Akrobatik, Fechten, Tanzen, Yoga, Grundlagenseminar Schauspiel, Szenenstudien, Monologe, die man manchmal mit, manchmal ohne Dozenten erarbeitet – und dann zwischendurch Workshops, Improvisation, Filmschauspiel oder Ensembletraining. Nach diesen zwei Jahren wird der Jahrgang geteilt, die folgenden zwei Jahre verbringen die Studierenden in der Praxis an einem Schauspielhaus. Da hat man aber auch noch weiter Unterricht. Leipzig hat insgesamt vier Studios: Halle, Dresden und Köln, Leipzig. Die wechseln sich alle zwei Jahre ab: Entweder Halle oder Dresden und Leipzig oder Köln. Ich war jetzt zwei Jahre in Dresden und hab da viele Leute kennengelernt, in mehreren Stücken mitgespielt, u.a. in „Hamlet“, „Nathan der Weise“, „Michael Kohlhaas“ und auch Regie geführt bei der Bürgerbühne – das ist eine eigene Sparte in Dresden, bei der ausschließlich Laien auf der Bühne stehen.

Unser zweiter „Neuzugang“ Alexandra Sinelnikova hat mit dir studiert und war auch am Studio Dresden – ein willkommener Zufall, dass ihr weiter gemeinsam arbeiten könnt? Ja, ich freue mich sehr darüber und Alex auch. Sie ist toll. Als Mensch und als Schauspielerin.

Hast Du Lieblingsautoren oder -rollen, die du unbedingt mal spielen möchtest? Ich sehe Theater politisch und finde, da ist es dann egal, welche Rolle man spielt. Das Theatermachen an sich muss eine Rolle spielen, das sollte sich fühlbar einbringen in die Konstruktion einer Stadt. Aber im klassischen Sinn von Rolle: Ich habe mal Liliom von Molnár gespielt, das war toll, Ivanov von Anton Tschechow finde ich auch sehr interessant oder Hamlet. Aber es gibt noch so viele andere großartige Texte und Stücke, beispielsweise von Koltès, Genet, Beckett, Heiner Müller, Michaux, Kafka, Dostojewski und ganz vielen anderen. Da ist es mir egal, welche Rolle ich habe, da spiele ich einfach gerne mit, weil die Sprache so gut schmeckt und die Zustände, Handlungen und Figuren so spannend sind.

Christian Freund (rechts, neben Julia Schubert und Sebastian Kuschmann) in „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ (Foto: Birgit Hupfeld)

Was würdest Du sagen: Warum sollten die Menschen ins Theater gehen – außer um Geschichten zu sehen? Theater ist für mich im besten Fall ein Ereignis. Und das ist etwas anderes als die Bilderflut, die unsere Wirklichkeit ausmacht. Das ist etwas ganz Besonderes, das ist Auseinandersetzung auf einer anderen Ebene. Die kann man sonst nirgends im Leben haben.

Du hast ja bereits Deinen Dortmunder Einstand in „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ im Megastore gefeiert. In der kommenden Saison geht es wieder ins Schauspielhaus – findest Du es schade, dass Du die Megastore-Zeit des Schauspiel Dortmund nur am Ende mitbekommst? Ich freue mich, die Megastore-Zeit noch miterleben zu dürfen, aber genauso freue ich mich, im Schauspielhaus zu spielen. Das ist eh alles ein großes Abenteuer für mich.

Und wie sind die neuen Ensemble-Kollegen so? Wunderschön, sehr intelligent und unglaublich herzlich. Im Ernst, ich mag’s jetzt schon unglaublich gerne hier zu sein mit so tollen Menschen und freue mich auf zwei aufregende Jahre. Und besonders auf die Dortmunder.


Christian Freund ist in Übergewicht, unwichtig: Unform (Regie: Johannes Lepper, ab 17.12) sowie Der Theatermacher zu sehen (Regie: Kay Voges, ab 30.12.).

DIE HOCHZEIT ZU KANA

„Die Hochzeit zu Kana“ ist eine Wundergeschichte aus dem Evangelium des Johannes und zugleich der Titel eines Gemäldes des italienischen Malers Paolo Caliari, genannt Veronese, aus dem Jahr 1563.

Das Johannes-Evengelium berichtet von Jesus, der in Begleitung seiner Jünger und seiner Mutter Maria Gast einer Hochzeitsfeier ist. Als der Wein zur Neige geht, fordert Maria ihren Sohn auf zu helfen. Der weist die Diener an, zur Reinigung bestimmte Wasserkrüge mit Wasser zu füllen. Als der erste davon kostet, ist es zu Wein geworden. Die „Wundererzählung“ dient als Zeichen, mit dem Jesus als Sohn Gottes und Messias gekennzeichnet wird.

„Am dritten Tag wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert. Die Mutter von Jesus war dabei, und auch Jesus war mit seinen Jüngern dazu eingeladen. Als der Weinvorrat zu Ende war, sagte seine Mutter zu ihm: »Sie haben keinen Wein mehr!« Jesus erwiderte ihr: »Frau, das ist meine Sache, nicht deine! Meine Stunde ist noch nicht gekommen.« Da wandte sich seine Mutter an die Diener und sagte: »Tut alles, was er euch befiehlt!« Im Haus standen sechs Wasserkrüge aus Stein, von denen jeder etwa hundert Liter fasste. Man brauchte sie wegen der Reinigung, die das Gesetz vorschreibt. Jesus sagte zu den Dienern: »Füllt diese Krüge mit Wasser!« Sie füllten sie bis an den Rand. Dann befahl er ihnen: »Jetzt nehmt eine Probe davon und bringt sie dem Mann, der für das Festessen verantwortlich ist.« Sie brachten ihm eine Probe, und er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher dieser Wein kam; nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam zu sich und sagte: »Jeder bringt doch zuerst den guten Wein auf den Tisch, und wenn die Gäste schon reichlich getrunken haben, folgt der schlechtere. Aber du hast den guten Wein bis zuletzt aufgehoben!« So vollbrachte Jesus in Kana in Galiläa sein erstes Wunderzeichen und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger kamen zum Glauben an ihn.“

Johannes 2, 1-11, Gute Nachricht Bibel

Das Gemälde Veroneses beruht auf dem Motiv der biblischen Geschichte, geht jedoch darüber hinaus: Jesus befindet sich im Zentrum eines opulenten Festmahls, Maria und seine Jünger sitzen an seiner Seite. Daneben sind zahlreiche weitere Menschen abgebildet: Gäste, Musiker und auch Bedienstete. Das Fest findet im Freien in einer von Säulen geprägten, antik anmutenden Stadtlandschaft statt, die von einem frei stehenden Glockenturm überragt ist – ein Verweis auf die Architekturideale der Entstehungszeit. Aufgrund seines Detailreichtums und der hohen Anzahl abgebildeter Personen erinnert das Gemälde an ein heutiges sogenanntes „Wimmelbild“.

Ursprünglich wurde das Gemälde für den Speisesaal eines venezianischen Klosters gefertigt. Ende des 18. Jahrhunderts gelangte es nach Frankreich. Das mit einer Abmessung von 9,94 x 6,77 Metern sehr große Gemälde hängt heute im Pariser Louvre.

DIE HOCHZEIT ZU KANA weiterlesen

PAOLO MAGELLI IM GESPRÄCH

„Schade, dass es uns so geht, aber schön ist es trotzdem.“

Paolo Magelli inszeniert Joël Pommerats Die Wiedervereinigung der beiden Koreas. Warum er das Stück so liebt, verrät er hier.

Der Welterfolg von Joel Pommerat – das große Stück über die Liebe. Tickets gibt’s hier!


„Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ – ein metaphorischer, ja vielleicht sogar etwas kryptischer Titel. Was hat es damit auf sich?

Die Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea ist ein Spiel mit der Unmöglichkeit einer Verbindung. Aber natürlich ist der Titel allegorisch zu verstehen: Dieses Stück ist wie drei Scheiben Brot. Eine ist das Leben, in der Mitte ist die Liebe und die andere Scheibe ist die unentrinnbare Wahrheit unserer Existenz, der Tod. Diese drei Scheiben gehören zusammen und sie interagieren die ganze Zeit als Thema miteinander. Vielleicht ist es ein bisschen einfach, das so zu erklären. Aber ich finde es ein sehr interessantes Stück, das zugleich einfach und kompliziert ist. Kompliziert, weil es viele Referenzen aufweist und viele Echos aus der Theatergeschichte anklingen. Denn Pommerat ist ein sehr erfahrener Regisseur und Autor, der viel Hintergrundwissen hat.

Paolo Magelli

Das Stück verfolgt keine lineare Handlung. Ist es für dich eine Szenen-Collage um ein bestimmtes Thema?

Es ist alles andere als eine Collage. Collage hieße, dass es bewusst zusammengestellt ist. Ich vergleiche es eher mit einem Fenster-Mosaik: Wenn man in einer schönen Kirche ist und die Sonne scheint durch ein Fenster herein, dann werden verschiedene Farben sichtbar, in denen man langsam ein Bild erkennt. Ich glaube, dass Pommerat mehr in diese Richtung geschrieben hat, ohne vorab einen genauen Plan zu haben, wie er die Szenen zusammenfügt. Es gibt eine grundlegende Idee des Stücks, das Selbstgespräch am Anfang. Darin wird die Frage gestellt: „Wer bin ich und warum bin ich so unglücklich?“ Nach dieser Eröffnung hat Pommerat den Mut gehabt, keine Antworten zu finden, sondern weiter Fragen zu stellen. Die Szenen sind eigentlich eine Reihe von Fragen. Pommerat sucht permanent Fragen in sich mit dem Bewusstsein, dass er keine Antworten auf diese Fragen geben kann. Und das ist eine große Qualität.

Sind das Fragen an das Leben, die Liebe oder den Tod oder bedingt sich alles gegenseitig?

Es bedingt sich alles gegenseitig. Ich würde das Stück nicht nur auf das Leben, die Liebe oder den Tod reduzieren. Das wäre ein großer Fehler. Es gibt ein innerliches Gleichgewicht. Beispielsweise in der Hochzeits-Szene: Da sieht man vor allem das Leben und die Liebe, aber dieser Mann, der im Zentrum steht, der ist so allein, dass durch ihn das Ende des Daseins erkennbar wird. Während der Arbeit an dem Stück muss man darauf achten, dass man alle drei Seiten berücksichtigt.

Uwe Schmieder, Frank Genser, Friederike Tiefenbacher

Leben, Liebe, Tod sind ja universelle Fragen, die das Theater immer wieder stellt. Vielleicht hat auch das Anteil am internationalen Erfolg. Wir haben hier in Dortmund ja auch eine internationale Konstellation: Französisches Stück trifft auf italienischen Regisseur an einem deutschen Theater. Glaubst du, dass sich ein Stück wie „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ besonders dafür eignet, einen internationalen Erfolg zu haben?

Absolut. Ich würde das Stück auch gerne noch einmal inszenieren, in einem anderen Land und Kulturkreis. Ich bin einfach neugierig zu sehen, wie die kulturelle Rezeption dann aussieht, was für Resonanzräume das Stück woanders hat. In vielen Kunstwerken geht es um die drei Themen Leben, Liebe und Tod. Nicht nur im Theater, auch in der Literatur, in der Malerei, in der Kunst überhaupt – ohne Bewusstsein dieser drei universellen Themen gibt es keine innerliche Bewegung. Das Stück spricht ganz offen über diese drei Komplexe, wie ein Kind – im Gegensatz zu anderen Kunstwerken, in denen man sie erst entdecken muss. Ich glaube, dass es kein großes Kunstwerk ohne diese drei Wahrheiten gibt.

Der Tod spielt in deiner Inszenierung eine wichtige Rolle – inwiefern?

Bei den angesprochenen drei Themen hat der Tod als Ende einer Reise natürlich ein besonderes Gewicht und eine besondere Präsenz. Liebe und Leben sind immer in Bewegung, der Tod ist immer ein Punkt. Aber der Tod ist nicht unser Ziel, sondern der Weg ist das Ziel. Der Tod ist das Ende, das für alle gleich ist.

Manche Szenen erinnern an andere Autoren und Stücke. Pommerat selbst hat in einem Interview gesagt, dass das für ihn Autoren wie Bergman, Tschechow und Schnitzler sind. Wer ist es für dich?

Bergman und Tschechow sicher, aber ich finde nicht maßgeblich. Die Hochzeits-Szene beispielsweise erinnert mich mehr an Gogol oder auch den jungen Brecht einer „Kleinbürgerhochzeit“ oder eines „Baal“. Jede Szene hat ihre eigenen Referenzen und Geschmack. Ich sehe weniger Schnitzler, aber insgesamt schon mehr Anklänge an die deutsche Literatur als Pommerat selbst. Natürlich haben mich diese Referenzen interessiert. Beispielsweise Horváth oder Wedekind oder Fassbinder. Wenn man das Stück macht, dann muss man das spüren, aber nicht direkt ausdrücken wollen als direkte Referenz oder Zitat. Das Stück ist eine Reise in unsere Kultur und ihren Hintergrund. Auch deswegen hat es so großen Erfolg. Pommerat spricht mit großem Bewusstsein zum einen die Zuschauer an, die bereits Einiges gesehen und gelesen haben. Sie können die Referenzen in der Theatergeschichte erkennen. Aber natürlich lässt sich das Stück auch ohne dieses Hintergrundwissen genießen. Pommerat hat schließlich etwas Neues und Eigenes geschaffen. Die Echos sind da – aber wie äußert sich ein Echo?

Marlena Keil, Ekkehard Freye, Caroline Hanke, Merle Wasmuth, Sebastian Kuschmann, Julia Schubert (v.l.n.r.)

Die Süddeutsche Zeitung hat über das Stück geschrieben, es habe „Kultpotenzial“. Wie stehst du dazu?

Für mich ist es einfach ein gutes, klares Stück. Was mich daran so beeindruckt, ist seine geistige „Unschuldigkeit“, mit der es verschiedenste Genres verbindet. Wenn Pommerat bewusst entschieden hätte, ein bisschen Komödie und ein bisschen Tragödie zusammenzustellen wie nach einem Rezept, dann wäre es nicht so interessant. Denn das Stück ist kein Rezept. Hier hat jemand die Entscheidung getroffen, etwas zu erzählen. Aber die Erzählweise ist total unschuldig und neugierig, das ist das größte Potential.

Transportiert das Stück für Dich eine zentrale Botschaft?

Ich glaube, Botschaften bekommt man per Post und nicht im Theater. Pommerat sagt eigentlich: Schade, dass es uns so geht, aber trotzdem ist es schön. Das Leben ist wie ein Tal von Tränen, aber in diesem Tal weine ich sehr gerne. Von diesem schwarzen Humor hat das Stück sehr viel. 


Fotos: Birgit Hupfeld

KALEIDOSKOP DER LEIDENSCHAFTEN

Kaleidoskop der Leidenschaften

Joel Pommerats großes Ensemblestück „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ ab April im MEGASTORE

Das große Ensemblestück endlich in Dortmund! Schauspieler-Theater vom Feinsten! Zehn Schauspieler in mehr als 50 Rollen!

Anders als der Titel vermuten lässt, geht es in Joël Pommerats Erfolgsstück um ganz etwas anderes als Politik: nämlich um die Liebe. Der Star der französischen Theaterszene hat mit Die Wiedervereinigung der beiden Koreas einen internationalen Coup gelandet: In seinem szenischen Kaleidoskop aus 20 Szenen beleuchtet er die poetischen, humorvollen und dramatischen Hintergründe der schönsten Sache der Welt – der Liebe.

v.l.n.r.: Julia Schubert, Merle Wasmuth, Marlena Keil, Sebastian Kuschmann, Caroline Hanke, Ekkehard Freye, Friederike Tiefenbacher (Foto: Birgit Hupfeld)

Statt einer geschlossenen Dramaturgie erleben wir Szenen mit wechselndem Personal. Dadurch bietet das Stück Stoff für zahlreiche große Rollen, die den Zuschauer mit der Liebe in allen möglichen und unmöglichen Konstellationen begegnen lässt: Ein Mann liebt eine Frau. Oder: Ein Mann liebt zwei Frauen. Oder: Eine Frau liebt zwei Männer. Oder auch: Ein Bräutigam, der nicht nur seine Braut, sondern auch ihre gesamte weibliche Verwandtschaft geküsst hat. Oder: Die Geschichte von einer Prostituierten und einem Pfarrer. Oder: Ein kinderloses Paar und ein Babysitter. Oder, oder, oder… Ist Liebe wirklich so unmöglich wie die  „Wiedervereinigung der beiden Koreas“?

Aus alltäglichen Beobachtungen und Anekdoten entwickelt Pommerat locker verbundene Momentaufnahmen, die mit Leichtigkeit und Leidenschaft in ihren Bann ziehen. Das Stück changiert dabei gekonnt zwischen den Genres: Von absurder Komödie wechselt es meisterhaft zu tief berührender Tragödie. Dabei erinnern die Szenen nicht selten an große Theaterautoren: an die abgründige Tiefe eines Beckett, die melancholische Leichtigkeit eines Horváth oder die tragische Absurdität von Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? – und dabei ist das Stück doch ganz eigen. Für das Dortmunder Publikum und das Ensemble zugleich ein gefundenes Fressen: Wann bietet sich schon die Möglichkeit die Schauspieler in so vielfältigen Rollen zu erleben?

Regie führt der große Schauspiel-Regisseur Paolo Magelli, der an zahlreichen internationalen Bühnen von Italien über Zagreb bis Belgrad Erfolge feierte. In Dortmund brachte er zuletzt Elektra nach Euripides und Leonce und Lena in der Dortmunder Phoenix-Halle zur Aufführung. Auf der Bühne stehen Ekkehard Freye, Frank Genser, Caroline Hanke, Marlena Keil, Sebastian Kuschmann, Uwe Schmieder, Julia Schubert, Friederike Tiefenbacher, Merle Wasmuth und: Neuzugang und künftiges Ensemblemitglied Christian Freund. Bühnenbildner ist Christoph Ernst, die Kostüme entwirft Mona Ulrich.                                


Termine: 8. April (Premiere), 15., 28. April, jeweils 19.30 Uhr, sowie weitere Termine bis Juli im Megastore (Felicitasstr. 2, Dortmund-Hörde)

 

 

DIE WIDERSPRÜCHE DER WELT MACHEN KEINEN HALT VOR DER KÜCHE

Regisseur Sascha Hawemann im Interview

Du inszenierst „Furcht und Elend des Dritten Reiches“ von Bertolt Brecht. Beim Namen Brecht schwingen ja immer eine ganze Menge Emotionen, Haltungen und Erwartungen mit. Wie ist Deine Herangehensweise an den Text?

Das erste war Widerwille. Zu oft wurde ich mit Brecht in der Schule und im Elternhaus gegängelt. Irgendwie war er für mich immer diese nüchterne, kühle, kopfige DDR. Zu Hause stapelten sich seine Bücher, Portäts. Die Schallplattenecke gehörte Brecht, Busch und  Dessau, höchstens noch Pink Floyd von meiner Mutter. Meine Pistols und UK Subs hatten da keine Platz und wurden immer aus der Ecke entfernt.
Er stand eigentlich immer im Weg.
Später entdeckte ich den jungen Brecht, den 20iger Jahre Punk im Ledermantel, Klampfe in der Hand Pono und Anarchosongs singend, unheroisch, ‚unvölkisch‘, subkulturell durch Berlin streunend. Das hat mich ein wenig versöhnt. Das habe ich verstanden. Da wurde aus ihm ein Mensch und nicht mehr bloß diese Überfigur. Lieben tue ich ihn als Lyriker und Theatertheoretiker, als Stückeschreiber bleibt er fremde Heimat, aber eben doch Heimat. Man muss sich an ihr abarbeiten, man mag sie nicht und schätzt sie wohl, mal will man sie verlassen und bleibt dann doch.
Kurioserweise passiert mir das, was eine von Brechts wichtigsten Forderungen ans Theatermachen und Denken ist: Die Welt in ihren Widersprüchen zeigen. Wir leben in Widersprüchen, der Bertolt Brecht und ich. Ohne ihn würde es mich nicht geben, denn meine Mutter verliebte sich in den Sechzigern in einen jungen Mann mit Kurzhaarfrusur, Ledermantel, schlecht zur Klampfe singend und Zigarre rauchend, meinen Vater.

Uwe Schmieder
Uwe Schmieder; Foto: Birgit Hupfeld

Brecht betitelte das Stück in einem frühen Entwurf „Die Angst. Seelischer Aufschwung des deutschen Volkes unter der Naziherrschaft“, imamerikanischen Exil erarbeitete er eine Bühnenfassung für die USA und überschrieb sie mit „The Private Life of the Master Race“. Welche Rolle  spielen diese Titel für Dich?

Eigentlich interpretiere/interessiere/inszeniere ich das Stück diesbezüglich, nenne es auch so: Angst. Deutsches Volk. Naziherrschaft. Private Life of the Master Race. Ein deutsches Gräuelmärchen. Die agitatorische Strenge von „Furcht und Elend“ hat Brecht ja erst später titelgebend festgelegt. Aus assoziativ gedachtem Material, einer ‚großdeutschen‘ Wucherung, wurde im Nachhinein ein Tendenzstück. Wie so oft hat Brecht im Nachhinein das Unvollkommene, das Widersprüchliche kanonisiert. Egalitär begegnen sich Alptraum, Clownsspiel, Psychologie und Agitprop, Realismus und Groteske. Brecht zwingt einen nicht in Strukturen, Notate sind kein Diktat.
Verfremdung kein Muss. Eine Haltung zur Welt, zum Faschismus, Totalitarismus – der auch kapitalistisch/neoliberal sein kann – fordert Brecht ein, jedoch kein unlebendiges Parolentheater.

Brechts Collage versammelt Szenen, in denen sich der Aufstieg der NS-Herrschaft im alltäglichen Leben der Menschen niederschlägt. Angst, Verdächtigungen und Verrat bahnen sich ihren Weg bis in den Mikrokosmoszwischenmenschlicher Beziehungen. Eine Entwicklung, die sich auch auf das Heute übertragen lässt?

Da bin ich wohl widerwillig Brechtianer: Die Widersprüche der Welt machen doch keinen Halt vor der Küche. Der Terror der Straßenecke schläft im gemeinsamen Ehe-Bett. Die Faust im Gesicht der Frau gilt vielleicht dem fleißigen rumänischen Arbeitskollegen. Die Nackenschmerzen stammen vielleicht aus Aleppo. Die Angst vor der Welt gebiert den Wunsch nach Diktatur. Nach Vereinfachung. Die Herrschaft über die Familie – das letzte Bollwerk infrage gestellter Männlichkeit. Dialektik von Haben und Sein bestimmen nach wie vor unser Sozialverhalten.
Obwohl wir besoffen gemacht werden mit Thesen von posthistorischer, postfaktischer und anderer Post-Welt, kranken unsere emotionalen, sexuellen und geistigen Beziehungen an dem Draußen vor der Tür. Meine Lust starb als Jugoslawien brannte, kehrte wieder als Jahre später die Friedhofsruhe einkehrte.

Carlos Lobo Frank Genser Bettina Lieder Uwe Schmieder Alexander Xell Dafov
Carlos Lobo, Frank Genser, Bettina Lieder, Uwe Schmieder, Alexander Xell Dafov; Foto: Birgit Hupfeld

Es liegen insgesamt 30 Szenen vor, die Brecht dem Stück im Laufe seiner Entstehung zuordnete. Wie geht man mit dieser Fülle an Material um? Wie hast Du die Auswahl getroffen?

Ich habe mich für die privaten Szenen entschieden, in denen sich Frau und Mann, Eltern und Kind, junge und alte Paare, Freunde und Familie begegnen. Die im Stück vorkommenden Szenen totalitär-staatlicher Gewalt und Repression finden auch signifikant statt, sind in aber in der Stückfassung der ‚Krebs im Privatkörper‘, das Bild. Kopfkino. Das Konzentrationslager – ein Tumor im Kopf. Der Totschlag lauert im Kinderzimmer. Unter dem Weihnachtsbaum brennt eine Stadt.
Der Versuch besteht darin, durch das Private direkter mit Lebenserfahrungen des Zuschauers zu interagieren, ihn nicht zu entlassen in Historizismus und Drittes-Reich-Folklore. Das Dritte Reich in Farbe ist ein SpiegelTV-Knüller, im Theater eher ein Hemmnis für Rezeption. Ich bin da keine Ausnahme – wenn ich eine Nazi-Uniform sehe, atme ich befreit auf: Das war einmal – ich brauche viele Umwege, um das Dahinter, das Heute zuzulassen.

Fiederike Tiefenbacher Frank Genser Raafat Daboul Merle Wasmuth Carlos Lobo Bettina Lieder Maximilian Lindemann
Fiederike Tiefenbacher, Frank Genser, Raafat Daboul, Merle Wasmuth, Carlos Lobo, Bettina Lieder, Maximilian Lindemann; Foto: Birgit Hupfeld

In seinem Essay „Über experimentelles Theater“ schrieb Brecht: „Dieser Mensch ist so und so, weil die Verhältnisse so und so sind. Und die Verhältnisse sind so und so, weil der Mensch so und so ist.“ Für Brecht ist der Mensch also jemand, der aktiv Einfluss auf seine Umwelt nehmen und sie verändern kann. Inwiefern hat das für dich eine Rolle für Deine Inszenierung gespielt?

Eigentlich geht es hier um Dialektik, den Reichtum widersprüchlichen Denkens, und politisches Theater – und das ist für mich immer eine grundsätzliche Frage für meine Arbeit. Für die Inszenierung interessant ist es weil das „So“ einer Szene das „So“ einer anderen hervorruft und bedingt. Das Stück wird zu einem Körper, ist keine theoretische Montagehalle. Figuren korrespondieren miteinander, sind ein Gewebe, sprich: Man sieht/ahnt durchgehende Figuren und Geschichten, verfolgt Lebenswege und Entwürfe. Das ist im Verhältnis zur eigentlichen Stückstruktur eine große Intervention, der Versuch des Verbindens entgegen dem Agitkaleidoskop.

Die Fragen stellte Dirk Baumann.

 

„WAS WILL MAN EIGENTLICH MEHR?“ – PHILIPPE HEULE IM INTERVIEW

Philippe Heule

Der Schweizer Dramatiker Philippe Heule im Interview mit Dramaturg Dirk Baumann


Dein Stück „Die Simulanten“ lässt fünf Menschen in einem Raum aufeinandertreffen. Sie wissen nicht, wie sie dort hingekommen sind oder wie sie dort wieder herauskommen sollen. Wie würdest Du diese Anordnung beschreiben?

Ich habe nach einer Situation gesucht, die meine Wahrnehmung der Welt reflektiert: Es ist ein Raum, in den die Figuren einfach hineingeworfen werden. So wie man als Mensch ja auch einfach auf die Welt geworfen wird und nicht genau weiß, was man hier macht. Gleichzeitig hat mich der Theaterraum als Therapieraum bzw. als Ort der Reflexion interessiert. Im Falle der „Simulanten“ eher eine hysterische Reflexion, die nirgendwo genau hinführt.

Hast Du bei den fünf Figuren ein bestimmtes Bild vor Augen gehabt?

Im Schreibprozess war mir der Zustand und die Situation wichtiger als die Frage, was das für Figuren sind. Ich wollte einen Lebensstil einfangen, dieses Gefühl nie irgendwo anzukommen und die Situation, dass immer mehr Menschen Fernbeziehungen führen, auch in meinem eigenen Umfeld. Und dann haben sich Tendenzen gebildet, die ich auf fünf Sprecher verteilt habe. Aber vom Text selbst her würde ich erstmal nicht von Figuren sprechen. „WAS WILL MAN EIGENTLICH MEHR?“ – PHILIPPE HEULE IM INTERVIEW weiterlesen

„STRATEGIEN, DIE WELT ZU RETTEN“ – EIN GESPRÄCH MIT CLAUDIA BAUER

Claudia Bauer

Regisseurin Claudia Bauer im Interview mit Dramaturg Dirk Baumann


„Die Simulanten“ ist das erste Stück des jungen Schweizer Dramatikers Philippe Heule. Wie bist Du darauf aufmerksam geworden?

Ich bin eigentlich ganz klassisch darauf aufmerksam geworden. Ich habe in der Broschüre des Henschel Verlags die Beschreibung gelesen, in der stand, dass Menschen an einem Ort ohne Wiederkehr den Weltklimagipfel simulieren. Das fand ich eine so bemerkenswerte Beschreibung, dass ich das Stück dann gleich gelesen habe.

Was ist für Dich das Interessante an diesem Stück?

Mich interessiert an dem Stück, dass es eine merkwürdige Art von Fegefeuer-, Zwischenwelt- oder Vorhöllensituation beschreibt, in der sich fünf Global Player plötzlich wiederfinden und verschiedene Strategien probieren, die Welt zu retten. Zu sehen, wie Menschen ohne Handyempfang, ohne Internet, ohne Nahrung, eigentlich nur ausgestattet mit 20 Stangen Marlboro und einer Sprinkleranlage, aus der sie trinken, wie sie in und trotz dieser ausweglosen Situation immer noch versuchen die Welt zu retten. Letztlich ist das vielleicht sogar ein Bild für den gesamten Planeten. „STRATEGIEN, DIE WELT ZU RETTEN“ – EIN GESPRÄCH MIT CLAUDIA BAUER weiterlesen

FOTOGALERIE: STERNMARSCH ZUM MEGASTORE

Das war der Sternmarsch, der Umzug des Schauspiel Dortmund in den MEGASTORE in der Felicitasstraße 2! Das Ensemble und Mitarbeiter zogen gemeinsam am 1. Februar vom Hiltropwall nach Hörde, um dem Schauspiel-Stern ein neues Zuhause zu geben. Ab sofort bespielt das Schauspiel Dortmund den Megastore in Hörde – und weiterhin das Studio am Hiltropwall. Die Bühne im Schauspielhaus kann wegen notwendiger Umbau-Maßnahmen vorläufig nicht bespirelt werden. Sehen Sie hier das Highlight der Bilder vom Sternmarsch!

 

DIE SHOW BEIM NACHTKRITIK THEATERTREFFEN DABEI

Nach einer Woche Abstimmungszeit hat es DIE SHOW – Ein Millionenspiel um Leben und Tod von Kay Voges, Alexander Kerlin und Anne-Kathrin Schulz unter die besten 10 aus 47 nominierten Inszenierungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum geschafft! Wir freuen uns sehr und möchten uns bei allen Freund*innen und Unterstützer*innen bedanken, die in den vergangenen Tagen fleißig für uns abgestimmt haben! DIE SHOW BEIM NACHTKRITIK THEATERTREFFEN DABEI weiterlesen

NACHTKRITIK THEATERTREFFEN

Das Schauspiel Dortmund wurde von den Kritiker*innen des Internetportals Nachtkritik mit zwei Inszenierungen für das virtuelle Nachtkritik-Theatertreffen nominiert: NACHTKRITIK THEATERTREFFEN weiterlesen

DIE REISE NACH PETUSCHKI

Wenja, Alter Ego des Autors Wenedikt Jerofejew, ist auf dem Weg zum Moskauer Kursker Bahnhof, auf Gleis 4 fährt gleich der Zug nach Petuschki ab. Dort, in Petuschki, ist die Welt noch in Ordnung: Hier wohnen seine Geliebte und sein Sohn, und es „verblüht nie der Jasmin und verstummt nie der Vogelgesang.“ Das Paradies! DIE REISE NACH PETUSCHKI weiterlesen

MOSKAUER NÄCHTE

„Russische Nächte“ ist der Titel einer der populärsten rusischen Schlager,  dessen Melodie auch außerhalb Russlands sehr bekannt wurde, u.a. unter dem englischen Titel „Midnight in Moscow“. Das Lied wird auch in der Inszenierung „Die Reise nach Petuschki“ gespielt. MOSKAUER NÄCHTE weiterlesen